Hilft nichts: Trotz der Protestplakate wird der Spielplatz am Kirchenweg in Forstinning verschwinden. Die evangelische Kirche hat das Grundstück verkauft. foto: dz

Um Gemeidezentrum zu finanzieren

Spielplatz muss Doppelhäusern weichen

Forstinning - Um den Neubau eines Gemeindezentrums in Markt Schwaben zu finanzieren, hat die evangelische Kirche ein Spielpatz-Gelände in Forstinning verkauft. Darauf werden nun Häuser gebaut.

Der Beschluss steht fest, das Grundstück ist verkauft, nun rollen die Bagger an: Der Spielplatz am Kirchenweg in Forstinning wird zwei Doppelhäusern weichen. Da helfen auch die Protestplakate nichts, die Eltern in den vergangenen Tagen am Zaun des Spielplatzes aufgehängt haben.

"Ich selbst bin auch traurig über die Situation, aber es ging nicht anders", bedauert Bürgermeister Arnold Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung. Lange habe er zusammen mit dem Gemeinderat um das knapp 2000 Quadratmeter große Grundstück gekämpft, "am Ende mussten wir aber sagen: das geht nicht". Hätte der Gemeinderat den Spielplatz erhalten wollen, hätte die Gemeinde Forstinning laut Schmidt etwa 850.000 Euro an die evangelische Kirche zahlen müssen. Sie ist Eigentümerin des Areals und hat es an einen Bauträger verkauft. Die Kirche benötige das Geld für den Bau eines neuen Gemeindezentrums in Markt Schwaben. "850.000 Euro für einen Spielplatz - das ist zu viel und wäre den Bürgern auch schwer zu vermitteln gewesen", sagt Schmidt. Und er wiederholt: "Mir tut es selbst Leid, weil es der schönste Spielplatz in Forstinning ist."

Immerhin hat er Trost für Kinder und Eltern parat. Erstens: "In Kürze soll das erste von den zwei Doppelhäusern entstehen. Während der Bauphase wird das Gelände mit einem Bauzaun abgesperrt, so dass die Hälfte des Spielplatzes noch frei bleibt." Zweitens: "Wir planen Bauland für Einheimische an der Sonnengasse und an der Graf-Sempt-Straße. Beide Male werden wir Spielplätze errichten." Zum Schluss weist Arnold Schmidt darauf hin, dass es in Forstinning immerhin noch weitere fünf Spiel- und zwei Bolzplätze gibt.

von Armin Rösl

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