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Wird abgerisssen: das bisheriger Hallenbad

Sportler fordern neues Schwimmbad

Vaterstetten - „Der Neubau eines Schwimmbads in der Gemeinde Vaterstetten ist unerlässlich." Die Forderung des örtlichen TSV ist deutlich.

Und: Man dürfe nicht nur betriebswirtschaftlich denken, sondern müsse auch „soziale und gesundheitliche Aspekte“ berücksichtigen, fordern die Sportler.

Hintergrund ist der Schulstreit in der Gemeinde. Kürzlich hatte die CSU einen Kompromiss vorgeschlagen: Für die marode Schule an der Gluckstraße soll ein Ersatz gebaut werden. Die ebenfalls von Abriss bedrohte Wendelsteinschule soll zunächst erhalten bleiben. Diese Entwicklung hat jedoch zwei, aus Sicht des TSVV gravierende, Folgen.

Zum einen soll zusammen mit der neuen Schule vorläufig nur eine neue Zweifach-Sporthalle gebaut werden. Aus Sicht des TSV ist aber eine Dreifachhalle notwendig, um den Bedarf in der Gemeinde zu decken.

Das Humboldt-Gymnasium und die Realschule seien zwar durch neue Klassen- und Fachräume deutlich ausgebaut worden, kritisiert Helmut Knauer 1.Vorsitzender des TSV. „Die Sporthallen wurden jedoch nicht erweitert, sie sind auf dem Stand der ursprünglichen Errichtung“ vor rund 40 beziehungsweise rund 30 Jahren stehengeblieben.

„Der sportliche Ausgleich im Schulalltag scheint in der bayerischen Bildungspolitik keine besondere Rolle zu spielen.“ Die Aufgabe werden den Vereinen übertragen, bei deutlich zu geringen Hallenkapazitäten. Der TSV-Vorsitzende sieht aber ein noch größeres Problem. Der Abriss der Schule an der Gluckstraße bedeutet mittelfristig auch das Ende für das Hallenbad. Laut CSU sei ein Ersatz „finanziell nicht gesichert“. „Und damit eher unwahrscheinlich“, so die Folgerung von Knauer.

Der TSV Vorsitzende verweist auf die Schwimmabteilung des TSV mit rund 600 Mitgliedern. Wichtig sei aber vor allem der Schwimmunterricht für Kinder. Schließlich sei Ertrinken laut einer Statistik aus Österreich bei Kindern die zweithäufigste Todesursache.

Das fehlende Schulschwimmbad bedeutet laut Knauer für etwa 200 Kinder pro Jahr, dass sie nicht Schwimmen lernen können. Beim TSV gebe es zudem eine schier endlose Anmeldeliste für Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse. „Ein Ausweichen in andere Schwimmbäder in der Umgebung ist aus Kapazitätsgründen nicht möglich“, so Knauer.

Und der TSV-Vorsitzende erinnert an den Gesundheitssport. In speziellen Stunden werden rund 30 Kinder mit Krankheitsbildern wie schwerem Asthma, Epilepsie, Herzerkrankungen, Sklerosen und Schlaganfällen betreut.

Im Erwachsenenbereich liege der Bedarf bei ca. 150 Personen, die an Osteoporose, Herzkreislaufschwächen, Arthrosen oder Übergewicht leiden.

Für diese Teilnehmer bedeutet ein Schwimmbad oft die einzige sportliche Betätigungsmöglichkeit. Für den TSV wichtige soziale und gesundheitliche Aspekte, die beachtet werden sollten.

Von Robert Langer

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