Ritt durch den Schnee: Anton Weilhammer (vorne) spurt  gemeinsam mit Richard Hartmann die Langlauf-Loipen in Grafing. Foto: Stefan Rossmann

Auf den Spuren des Spurenlegers

Grafing - Er trotzt der Kälte und gerät manchmal in Schieflage: Anton Weilhammer ist der Loipenzieher des Grafinger Alpenvereins. Wir folgten seinen Schneespuren.

Grafing - „Den Winter und den Schnee mochte ich schon immer“, sagt Anton Weilhammer aus Grafing. „Als Loipenzieher muss man die Kälte auch aushalten können.“

Um 1978 besaß die Sektion Ebersberg-Grafing des deutschen Alpenvereins den ersten Motorschlitten, der die Loipen spurt. „Der lief mit seinem Vier-Takt-Motor bis 2004“, erinnert sich der Loipenzieher. „Damals bin ich nur ab und zu mal mitgefahren.“ Weil 2005 der Schlitten kaputt war, konnten keine Spuren gezogen werden. „Die Leute fragten gleich, was jetzt los sei“, so Weilhammer. „Daraufhin haben wir eine Spendenaktion gestartet.“

Im Jahr darauf gab es einen wunderschönen Winter. „Der ideale Zeitpunkt, um die Menschen zum Spenden anzuregen“, erzählt das Mitglied des deutschen Alpenvereins. Man habe sich zusätzlich mit dem Förderverein Waldsportpark Ebersberg zusammengetan, um die Kosten leichter aufzutreiben. „Das hat auch alles geklappt“, so Anton Weilhammer.

Die Loipe zwischen Grafing und Ebersberg zieht sich vom Parkplatz der Comenius Schule über Gasteig, Baumberg und Traxl bis nach Pollmoos. „Zweieinhalb Stunden brauchen wir, um die Strecke einmal neu zu spuren“, sagt der Motorschlittenfahrer. „Wenn sehr viel Schnee liegt, dauert es dementsprechend länger.“ Gefahren wird immer zu zweit. Aus Sicherheitsgründen. „Das Gerät kommt leicht in Schieflage“, erklärt Weilhammer. „Kippt er um und man liegt drunter, ist man allein verloren.“ Als Partner hat Weilhammer Richard Hartmann dabei. Auch die Strecke müsse der Schlittenfahrer sehr gut kennen. „In unserer Bahn ist eine Brücke enthalten“, erklärt Weilhammer. „Die stecken wir vorher ab, sonst übersehen wir sie bei viel Schnee noch.“ Zusätzliche Hindernisse seien auch die Äcker. „Bei uns hat es zu wenig Schnee, also können wir die Äcker nicht befahren“, sagt Weilhammer. „Vor der ersten Fahrt gehen wir die Strecke immer ab und haben auch eine Schaufel für Ausbesserungsarbeiten dabei.“

Das Schlittenfahren macht Weilhammer großen Spaß. „Dabei kann man die schöne Gegend genießen“, schwärmt der Loipenzieher. „Und die Langläufer sind einem für die Arbeit dankbar.“

Schneller als zehn km/h geht der Motorschlitten nicht. „Hängen ja auch 150 Kilo Spurgerät hinten dran“, erklärt Weilhammer. Zu kalt wird ihm bei zweieinhalb Stunden mit Fahrtwind nicht: „Unter dem Schneeanzug habe ich noch eine Turnhose an, die ich unten zuschnüren kann“, so der 68-Jährige. „Die Schneebrille und Handschuhe sind noch wichtig.“ Das Beste: Das Gerät hat beheizte Griffe.

Weilhammer ist seit seiner Jugend selbst begeisterter Langläufer. „Ich hab dazu einen richtigen Bezug, genauso wie meine Frau und Kinder.“

Von Patricia Bittner

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