Zufluchtsstätte Wohnwagen : Hilmar Franke und Lebensgefährtin Kunigunde Müller im Garten ihres Hauses. Foto: sro

Spurensuche im brummenden Haus

Baldham - Das nervtötende Brummen im Haus von Hilmar Franke (75) in Baldham ist echt und keine Einbildung. Das haben inzwischen Messungen eindeutig belegt. Die Ursache ist trotz intensiver Suche aber noch nicht gefunden.

Hilmar Franke ist zufrieden und zuversichtlich. So viel Unterstützung hat der Baldhamer nach der Veröffentlichung in der Ebersberger Zeitung nicht erwartet. „Den ganzen Tag stand das Telefon nicht still.“ Dabei ging es dem Rentner richtig schlecht. Er zitterte stark, hatte Kopfschmerzen. Auch seine Lebensgefährtin Kunigunde Müller (67) war „fix und fertig“, nahm starke Beruhigungsmittel. Der Grund: Ein unerklärliches Brummen und Vibrieren in ihrem Haus. Das macht die beiden Rentner krank und geht ihnen so auf die Nerven, dass sie sogar zum Schlafen in einen Wohnwagen im Garten flüchteten (wir berichteten).

Auf der Internetseite der Ebersberger Zeitung weisen Leser auf verschiedene mögliche Ursachen hin. Als Auslöser werden Industrieunternehmen im Umkreis einiger Kilometer gesehen, die besonders nachts auf günstigen Nachtstrom zurückgreifen und die Maschinen durchlaufen lassen. Ein anderer rät: „Ich würde mal den Wasserzähler zudrehen. Es könnte sein, dass der Druckminderer defekt ist.“ Einige Leser weisen auch auf die Möglichkeit hin, dass der Stromanschluss auf dem Dach die Ursache sein könnte. Und ein weiterer User fragt: „Ist vielleicht eine Geothermiebohrung in der Nähe? Das verursacht auch ein Brummen und Vibrationen - spreche aus eigener Erfahrung.“

Hilmar Franke ist für alle Hinweise dankbar. Und er freut sich vor allem darüber, dass seine Probleme ernst genommen werden. „Da gab es auch keine blöden Kommentare mir gegenüber am Telefon.“

Seine Hilfe angeboten hat Georg Haas, Vorsitzender der Alpenvereinssektion Grafing, von Beruf Umwelttechniker, der Erfahrung mit entsprechenden Phänomenen hat. Er erzählt von einem Fall, bei dem es um eine Klimaanlage ging. Deren Brummen habe sich über ein in den Boden führendes Rohr ausgebreitet und habe in einem in einiger Entfernung stehenden Haus einen Ton ausgelöst. Laut Haas sei an beiden Stellen gemessen worden. Man habe eine identische Schwingung festgestellt. Mit einer kleinen Reparatur habe man das Problem lösen können.

Ein Grund für die Weiterleitung des Schalls sei auch der spezielle Untergrund in der Münchner Schotterebene, erklärt Haas. In anderen Gegenden würden dieses Phänomen so nicht auftreten.

Inzwischen wurde im Baldhamer Haus von einem Experten mehrmals gemessen. Mögliche Quellen des Brummens bei Nachbarn in der Umgebung, Stichwort: Wärmepumpe, konnte durch Überprüfungen ausgeschlossen werden. Haas hält es für möglich, dass der Auslöser des Phänomens auch in einer Hebeanlage oder einer Anlage zur Druckerhöhung für Wasser zu finden sein könnte. Die Spurensuche geht weiter.

Auch andere Hilfsangebote gibt es, beispielsweise von Personen, die Erfahrungen mit Erdstrahlen, Magnetfelder und mit der Wünschelrute haben. So schreibt ein Paar: „Das kommt immer so merkwürdig herüber, wissen wir, aber wir sind beide keine albernen abgehobenen Leute, sondern sehr bodenständig, Aber wir könnten halt eventuell helfen. Auf jeden Fall würden wir es versuchen, und natürlich wäre das auch kostenlos.“

Hilmar Franke will Kontakt aufnehmen. Er gehe allen Hinweisen nach, die helfen könnten, sagt er gegenüber der Ebersberger Zeitung. „Wir hoffen. dass wir irgendwann die Ursache finden und es vorbei ist.“

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