Stadt Ebersberg will sich raushalten

Ebersberg - Große Vorwürfe an die Volkshochschule Grafing-Ebersberg hatte Klaus Haase in der Ebersberger Bürgerversammlung geäußert - und das nicht in gemäßigten Worten

Die Vhs verstoße mit ihrem Vortragsprogramm „gegen die soziale Marktwirtschaft“ und sei eine Anstalt „zur linksradikalen Umerziehung“.

Der für seine Auftritte stadtbekannte Ebersberger hatte auf den Semesterschwerpunkt „Russland und Osteuropa“ angespielt und auf der Bürgerversammlung die Stadt aufgefordert, der Vhs hier einen Riegel vorzuschieben.

Und weil die Stadtverantwortlichen die Anliegen ihrer Bürger ausnahmslos ernst nehmen möchten, war das Thema nun auf der Tagesordnung zur jüngsten Sitzung des Umwelt,- Sozial- und Kulturausschusses gelandet. Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) wundere sich doch sehr, so sagte er, „wenn jemand fordert, dass sich die öffentliche Hand in die Programmgestaltung einer Erwachsenenbildungseinrichtung einmischt. Da muss ich sofort an die Reichskulturkammer denken!“

Grünen-Stadtrat Philipp Goldner präzisierte: „Sie sprechen von der Gleichschaltung von Verbänden im Dritten Reich.“ Ganz bewusst und grundsätzlich wolle sich die Stadt jedenfalls davon abgrenzen und aus der Vhs-Programmgestaltung heraushalten, sagte Bürgermeister Brilmayer.

Brigitte Schurer (SPD) brach eine Lanze für die Vhs. „Zur Bildung gehört auch die Darstellung unterschiedlicher wirtschaftlicher politischer Konzepte auf der Welt. Da darf auch das eine oder andere nichts mit sozialer Marktwirtschaft zu tun haben. Auch das muss diskutiert werden, auch das ist die Aufgabe einer Erwachsenenbildungsanstalt!“

Von Uta Künkler

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