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Der Fair-Weltladen am Grafinger Marktplatz wird von einer Genossenschaft betrieben. Dieser sind finanzielle Unregelmäßigkeiten in Zusammenhang mit Ex-Finanzvorstand Heinz Fröhlich aufgefallen. Er hat sein Amt inzwischen niedergelegt.

Wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten

Stadt zeigt Stadtrat Fröhlich an

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Grafing - Die Stadt Grafing hat Anzeige gegen Stadtrat Heinz Fröhlich ("Bündnis für Grafing") erstattet. Es geht um finanzielle Unregelmäßigkeiten in Zusammenhang mit dem 55-Jährigen und seiner Tätigkeit als Finanzvorstand der Genossenschaft „fair-Grafing Weltladen eG“.

Heinz Fröhlich weist eine bunte politische Vita auf. Einst „Gemeinde Union“, dann Grüne, jetzt „Bündnis für Grafing“ (BfG). Egal in welcher Partei: Seine politischen Konkurrenten mussten sich vor dem Stadtrat und einstigem Bürgermeisterkandidaten, der so gerne auf Attacke setzt, stets in Acht nehmen. Jetzt ist der 55-Jährige selbst in die Bredouille geraten – und zwar gewaltig. Die Stadt Grafing hat Anzeige gegen ihn erstattet. Es geht um Unregelmäßigkeiten im Bargeldverkehr der „fair-Grafing Weltladen eG“, die am Marktplatz ein kleines Geschäft betreibt.

In Bedrängnis: Heinz Fröhlich, Stadtrat.

Bei der nichtöffentlichen Mitgliederversammlung Ende Oktober ist die Bombe geplatzt. Nach Informationen der Ebersberger Zeitung geht es um insgesamt 13 000 Euro, die Fröhlich in seiner Funktion als Finanzvorstand vom Laden zur Bank bringen sollte. Er räumt selbst ein, „dass das Geld nicht richtig verbucht“ worden sei. Und noch schlimmer: „Ich konnte nicht nachweisen, dass ich das Geld auf das richtige Konto eingezahlt habe“, so Fröhlich auf Anfrage der EZ. Er sei damals „komplett überarbeitet“ gewesen. „Ich musste alles alleine machen.“

Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne), frühere Parteifreundin Fröhlichs, sagt auf Anfrage, der BfG-Stadtrat habe gegenüber der Genossenschaft, bei der auch die Stadt Mitglied ist, Unregelmäßigkeiten eingeräumt. Auf „Druck des Aufsichtsrats“ habe er das Geld zurückbezahlt. Aus diesem Grund, so die Rathauschefin, seien die Mitglieder darüber informiert worden, dass kein finanzieller Schaden entstanden ist.

Das betont auch Fröhlich, der an der Sitzung im Oktober nicht teilnahm. „Die Genossenschaft hat damit abgeschlossen“, sagt er.

Eigentlich hätte schon im Sommer eine Mitgliederversammlung stattfinden sollen, doch wurde diese verschoben, da sich Finanzvorstand Fröhlich krankgemeldet hatte.

Am Sonntag legt er Wert auf die Feststellung, dass die Unregelmäßigkeiten im Rahmen einer Revision im Juni 2015 offensichtlich geworden seien. An dieser Revision „habe ich mitgewirkt und den Posten des Finanzvorstands dann im Juli 2015 niedergelegt“. Mindestens in einem Fall hatte Fröhlich die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weltladens vor seinem Rücktritt per E-Mail aufgefordert, bei Einkäufen derzeit zurückhaltend zu sein, „weil wenig Geld da ist“, so Ottilie Eberl, die bei der Genossenschaft für den Einkauf von Bio-Textilien zuständig ist. Fröhlich selbst kann sich zunächst an diese E-Mail nicht erinnern, räumt dann aber ein, dass die Aufforderung zur Sparsamkeit mit der „Umsatzschwäche“ des Ladens in den Monaten Juli und August zusammgehangen habe.

Der Ex-Bürgermeisterkandidat sieht keinen Zusammenhang zwischen den nun bekannt gewordenen Vorwürfen und seinem Stadtratsmandat. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, antwortet Fröhlich auf die Frage der EZ, ob er als Mandatsträger noch tragbar sei. Gleiches gelte auch für seinen Posten im Rechnungsprüfungsausschuss des Stadtrats, der regelmäßig die Finanzen der Kommune auf ihre korrekte Verwendung prüft. Fröhlich über seine Zukunft in diesem Gremium: „Das liegt im Ermessen anderer.“

Die Stadt Grafing hat bereits Anzeige gegen Fröhlich erstattet. Denselben Schritt prüft Ottilie Eberl (Grüne), Mitbegründerin der Grafinger Genossenschaft, frühere Stadträtin und Parteikollegin von Fröhlich. „Der Fair-Laden steht für Transparenz und Vertrauen“, sagt sie. Dieses Vertrauen habe Fröhlich zerstört. „Bei ihm handelt es sich um eine öffentliche Person. Er wollte immerhin einmal Bürgermeister werden.“

Vom „Bündnis für Grafing“ heißt es am Sonntag, es handele sich um eine interne Angelenheit der Genossenschaft. Dieser sei kein finanzieller Schaden entstanden. Die Notwendigkeit „zu Veränderungen in der Stadtratsfraktion“ sei nicht gegeben, sagt BfG-Stadträtin Yukiko Nave.

Der Aufsichtsratsvorsitze der Genossenschaft, Nikolaus Schatt, will sich „gegenüber der Presse“ nicht äußern.

Michael Seeholzer und
Michael Acker

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