Nebulös stellt sich die Zukunft des Traditionsvereins EHC Klostersee, einem Aushängeschild des Sports im Landkreis Ebersberg, dar. Foto: stefan rossmann

Stadt und Landkreis bleiben Fans des EHC Klostersee

Grafing - Die finanzielle Förderung des angeschlagenen Grafinger Eishockeyclubs ist unabhängig von der Liga, in der er spielt.

Die Entscheidung fiel den Verantwortlichen nicht leicht: Seit 1973 mischt der EHC Klostersee fast in ununterbrochener Reihenfolge in der Eishockey-Oberliga mit, jetzt kam der Schlusspfiff: Die Finanzen machten einen freiwilligen Rückzug aus der dritthöchsten Spielklasse notwendig. Was bedeutet das für die finanzielle Unterstützung, die der Traditionsverein von der Stadt Grafing und vom Landkreis Ebersberg erhält?

Immerhin werden der EHC und seine Sparten jährlich mit 90 000 Euro aus Steuermitteln für den laufenden Betrieb unterstützt. Dazu kommen noch einmal bis zu 50 000 Euro an Beihilfen für fällige Investitionen - zum Beispiel jüngst in eine neue Kältemaschine samt „Kühlturm“, die der Stadtrat abgesegnet hatte. Auch die Erhaltung der Halle in Holzbauweise wird in den kommenden Jahren vermutlich einen wachsenden Sanierungsaufwand generieren.

In einer ersten Reaktion sicherte Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) dem EHC Klostersee weitere Unterstützung zu. „Der Verein hat ja gesagt, dass er sich wie bisher stark in der Jugendarbeit engagieren wird“, meint Obermayr zur Begründung. In der Vergangenheit gab es im Stadtrat immer wieder auch kritische Stimmen, den finanziellen Aufwand betreffend, den die Stadt mit ihren EHC-Zuschüssen im Vergleich zu anderen Vereinen leistet.

Der Präsident des Eishockey-Clubs, Alexander Stolberg, sagt dazu: „Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.“ Er und Obermayr sind sich darin einig, dass der Unterstützungsvertrag, den der Verein mit der Stadt und dem Landkreis Ebersberg geschlossen hat, „davon unabhängig ist, in welcher Liga wir spielen“. Stolberg ärgert sich deshalb darüber, dass in den verschiedenen Internetforen „das Thema 1. Mannschaft mit der Zuschusssituation in Verbindung gebracht wird“.

Der Verein hatte in der jüngeren Vergangenheit Probleme mit gewaltbereiten Fans, auch und vor allen Dingen von auswärts. Um dem abzuhelfen, war für die kommende Woche ein Gespräch mit Stadt und Vereinsverantwortlichen angesetzt, das Sicherheitskonzept im Stadion betreffend. Das bestätigte Obermayr im Gespräch mit der Ebersberger Zeitung. Stolberg meint aber jetzt: „Das ist damit hinfällig geworden.“ Der Präsident rechnet künftig mit einer stark schrumpfenden Anzahl von Zuschauern. Das Problem mit den Auseinandersetzungen im Stadion und davor habe sich, so Stolberg sinngemäß, damit quasi selbst erledigt.

Für den EHC haben die Krawallmacher zu der jetzigen Entscheidung nicht unerheblich beigetragen. Denn durch den dadurch erlittenen Imageschaden sei es immer schwieriger geworden, potente Partner und Sponsoren zu gewinnen, was die finanzielle Not des Vereins weiter befeuerte.

Diese Not will auch der Landkreis Ebersberg künftig lindern helfen, bestätigt Norbert Neugebauer, Büroleiter von Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Denn in dem Zuschuss von 90 000 Euro jährlich für den Verein stecken anteilig jeweils 45 000 Euro aus Kreismitteln. „Wir haben uns vertraglich an die Förderung der Stadt Grafing gebunden“, so Neugebauer. „Natürlich ist auch uns die Jugendarbeit des Vereins dabei ein Anliegen.“

Eine längerfristige Prognose, was den Geldmittelfluss befrifft, könne man derzeit aber nicht abgeben. „Was die Zukunft bringt, wird politisch entschieden“, sagt Neugebauer, bestätigt aber: „Wir haben nie eine Profimannschaft gefordert und geschweige denn gefördert. Es ging stets um den Breitensport und insbesondere die Jugendförderung.“

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