Günstigeres Eis: Die Kälteanlage des EHC-Stadions in Grafing ist uralt, unzuverlässig und teuer im Betrieb. Ein Beschluss des Stadtrats Grafing könnte jetzt eine neue Eisanlage möglich machen. foto: stefan rossmann

Stadt pumpt 1,4 Millionen Euro in den EHC

Grafing - Das geldfressende Eisstadion des EHC Klostersee liegt Stadt und Landkreis bereits Jahre auf der Tasche. Seit 2010 bezuschussen beide Seiten die Betriebskosten der maroden Spielstätte mit jeweils 75 000 Euro im Jahr. Vergangenen Sommer wurde der Zuschuss auf 95 000 Euro aufgestockt und um fünf Jahre verlängert. Doch das reicht dem EHC nicht.

15 Jahre sollten es sein, um das Stadion weiter finanzieren zu können - Investitionen stehen an. Der Grafinger Stadtrat willigte ein. Er gab am Dienstag demnach auf einen Schlag mehr als 1,4 Millionen Euro aus.

Das Stadion braucht eine neue Eismaschine, informierte Hans Gröbmayr, Klimaschutzmanager des Landratsamts Ebersberg, die Stadträte. „Die Kälteanlage ist so alt, wie das Stadion.“ Und das sind über 30 Jahre. Die Kompressoren der überholten Ammoniakanlage seien abgenutzt, die Steuerungstechnik veraltet, die Leitungen zeigten Korrosionserscheinungen, so Gröbmayr. Die Kälteanlage laufe 6000 Stunden im Jahr, der Gesamtstromverbrauch liege bei 200 000 KW/h, die jährlichen Betriebskosten: bis 45 000 Euro. Ein spontaner Totalausfall ist jederzeit möglich.

„Wir müssen reagieren“, sagte Gröbmayr. Er rechnete für die kommenden fünf Jahre vor: Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der Maschine kosten 420 000 Euro, dazu kämen Betriebs- und Instandhaltungskosten von 300 000 Euro. Eine neue Eismaschine wäre günstiger. „Die Stromkosten würden sich damit halbieren, die Wartungskosten dritteln“, sagte Gröbmayr. Die neue Anlage, ein modernes Schrauben-Verdichtungsaggregat, würde 571 000 Euro kosten. „Wir können aber mit einer staatlichen Förderung von 100 000 Euro rechnen“, so der Klimaschützer.

Um die Fördergelder zu bekommen, müsste allerdings eine Betreibergesellschaft gegründet werden. „Die GmbH soll sich aus der bestehenden Energiegenossenschaft Ebersberg bilden“, sagte Gröbmayr. Die wird von Bürgergeldern finanziert. Die GmbH soll Planung, Finanzierung und Errichtung der Kälteanlage übernehmen. Genauso den Betrieb. Stadt und Landkreis wären dann aus dem Schneider, es bleibe bei den 95 000 Euro im Jahr, 15 Jahre lang.

Die neue Eismaschine soll durch die Einsparung beim Energieverbrauch finanziert werden. Deshalb muss die Energiegenossenschaft das Geld von Stadt und Landkreis sicher wissen.

Marlene Ottinger (BfG) stirnrunzelnd: „Was kommt denn da noch alles auf uns zu? Gibt es eine Auflistung, was im Stadion ansteht?“ Hauptamtschef Stephan Meyerhofer sagte, dass es Investitionspläne gebe, demnach sei die Hälfte, die man bis 2020 schaffen wollte, erledigt. „Wir haben mit dem Landkreis 500 000 Euro getätigt.“ Außerdem gebe es einen Finanzplan. „Das sind allerdings nur Schätzkosten.“

Susanne Linhart (CSU): „Wir entscheiden über die Zukunft des EHC. 15 Jahre sind zwar lang, aber wir sollten ein Zeichen setzen.“ Genauso Wolfgang Huber (Grüne): „Wenn uns das Stadion keine 95 000 Euro im Jahr wert ist, dann weiß ich nicht, was die Vereinsarbeit überhaupt noch soll. Billiger kriegen wir’s nicht.“ Max-Emanuel Graf von Rechberg (CSU): „Jeder Stadtrat sollte sich bewusst sein, dass dieses Geld ausgegeben ist! Wir sind so arm, dass wir über eine Genossenschaft diskutieren!“

Das Gremium entschied sich für die Vertragsverlängerung (16:7). Das bedeutet: 15 Jahre lang jährlich 95 000 Euro, das sind 1 425 000 Euro. Die neue Kälteanlage soll 2015/2016 in Betrieb genommen werden.

Carolin Nuscheler

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