Ausnahmesänger Mario Lehner bei einem seiner Auftritte. So werden ihn Fans und Freunde in Erinnerung behalten. mh

Mit ihm starb Zauberberg

Elkofen - Mario Lehner war eine musikalische Legende im Landkreis Ebersberg – und weit darüber hinaus. Am Mittwoch verstarb der Frontmann der Band „Zauberberg“ mit nur 59 Jahren.

Angefangen mit dem Schlagzeugspielen hat Mario Lehner mit Kochlöffeln. In der Küche seiner Eltern in Elkofen haben er und sein späterer Bandkollege Mike Huber einen Plastikeimer aufgestellt, dann haben sie den Sender „Radio Free Europe“ angedreht und dazu Schlagzeug gespielt. 14 oder 15 Jahren war Lehner, Jahrgang 1950, zu jener Zeit.

„Jeder durfte immer drei Stücke spielen“, erinnert sich Huber. Glück hatte der Kochlöffel-Schlagzeuger, der die Beatles erwischte, Pech hatte, wer zu langsamen Zeugs trommeln musste. „Balladen haben uns überhaupt nicht interessiert“, sagt Huber und lacht. Lehner war ein Musikbesessener. Andere Jugendliche haben am Wochenende gekickt oder sie lagen am See, der Elkofener hat die Samstage, die Sonntage und die halbe restliche Woche im Keller verbracht – ganz nah am Plattenspieler. „Wir haben damals so eine Leidenschaft für die Musik gehabt“, sagt Huber, „wir waren richtig besessen.“ Später haben die beiden gemeinsam in der Band „Zauberberg“ gespielt, die heute noch eine Legende rund um München ist. Auch Konstantin Wecker war kurzzeitig mit von der Partie, bevor er seine Solokarriere begann.

Lehner versuchte es erst mit einem Germanistik-Studium, seine wahre Berufung war jedoch die Musik. Als Frontmann von „Zauberberg“ machte sich Lehner unvergesslich, später verdiente er als Berufsmusiker sein Geld. „Er hatte die schwärzeste Stimme Münchens“, sagt Huber. An diesem Mittwoch verstarb Lehner mit 59 Jahren, plötzlicher Herztod.

Er fühlte sich morgens unwohl und ging zum rzt in die Praxis, wenige Stunden später wäre sein nächster Auftritt gewesen, doch dazu kam es nicht mehr. Der Notarzt konnte ihn nicht mehr retten.

Seine Frau, seine Fans und seine Freunde trauern über den plötzlichen Verlust. „Damit ist die Band Zauberberg am Ende“, sagt Huber. „Wir haben unseren Seelenbruder verloren.“

In seiner Lieblingskneipe, dem „Café Giesing“, soll es bald ein Abschiedsfest für den Ausnahmekünstler geben. Konstatin Wecker und alle seine Freunde haben sich angekündigt. Ehrensache.

Von Stefan Sessler

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