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So sieht er aus, der Kiebitz. Hier handelt es sich allerdings um ein ausgestopftes Modell aus dem Bestand der Unteren Naturschutzbehörde. Im Hintergrund fließt die Ebrach.

Neues Artenhilfsprojekt

Nur noch wenige Kiebitze im Landkreis Ebersberg – neue Chance für den Vogel

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Der Bestand an Kiebitzen ist in Bayern in den vergangenen 30 Jahren um 80 Prozent zurück gegangen. Dieses Projekt soll das Artensterben aufhalten.

Steinhöring – Er ist taubengroß, hat einen weißen Bauch und glänzendes, buntes Gefieder. Am Kopf hat der Vogel eine lange Feder, die Holle. Der Kiebitz. Früher war er vor allem auf Feuchtwiesen anzutreffen, in den vergangenen 30 Jahren ist der Bestand in Bayern hingegen um80 Prozent zurück gegangen. Auch im Landkreis gibt es nur noch wenige Vögel. Ein Artenhilfsprojekt der Naturschutzbehörde des Landkreises soll die Bestände nun sichern.

„Hört man die Rufe werd‘s Frühling“

Der Kiebitz ist einer der ersten Bodenbrüter, der jetzt im Frühjahr nach einer weiten Reise in den Landkreis zurück kommt, sagt Max Finster von der Unteren Naturschutzbehörde bei dem Ortstermin am Donnerstag in Steinhöring. Der Kiebitz sei bekannt für seine Gauklerflüge und Balzrufe. Was Finster damit meint, zeigt er kurzerhand auf einem Imitationsgerät: hohe, kurze und melodische Gesänge. „Hört man die Rufe werd‘s Frühling“, freut sich der Naturschützer.

Feuchtwiesen gehören zu den natürlichen Brutflächen des Vogels. Diese verschwinden jedoch zunehmend. Gründe hierfür seien extensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung und vermehrte Freizeitaktivitäten der Menschen. Folge: Der Kiebitz weicht auf landwirtschaftlich genutzte Flächen aus, besondersMaisäcker. Doch auch hier hat der Zugvogel kaum eine Möglichkeit, sein Gelege auszubrüten und seine Jungen großzuziehen.

Nur noch 30 Brutpaare im Landkreis

Nur noch30 Brutpaare gebe es im Landkreis, schätzt Harald Niederlöhner, am Projekt beteiligter Landschaftsarchitekt. In Bayern ist der Kiebitz auf der roten Liste der gefährdeten Vogelarten als stark gefährdet eingestuft.

Energiewende im Landkreis Ebersberg gescheitert?

Das neue Artenhilfsprojekt soll den Bestand des Kiebitzes langfristig sichern. Bis Juni sollen zwei Mitarbeiter des Landschaftsarchitekturbüros einmal wöchentlich die Äcker im Landkreis nach Brutstellen des Vogels absuchen, sagt Niederlöhner. Das ist nicht einfach, weil die Eier in den Äckern sehr schlecht zu erkennen sind. Im zweiten Schritt sollen die Gelege mit Bambusstöcken markiert und die Bauern informiert werden. So können Landwirte die Brutstätten der Kiebitze sehen. „Die Nester betreuen wir bis zum Schlüpfen der Küken“, so Harald Niederlöhner.

Auch spannend: Bauern wieder sauer

50 000 Euro über drei Jahre

Finanziert wird das Projekt vom Freistaat, 50 000 Euro über drei Jahre. Landrat Robert Niedergesäß machte beim Ortstermin klar, dass auch Anreize für Landwirte und Grundeigentümer geschaffen werden müssen. Deshalb soll es je Kükennest einen 50-Euro-Gutschein geben, wenn auf die Nester achtgegeben wurde. Schutz für den Kiebitz gelingt nur zusammen: Landwirte, Naturschützer und Behörden. Da sind sich alle einig.

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