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Trumpf auf der Hand: Kunigunde Bromberger beim Schafkopfturnier in Steinhöring.  

Kunigunde Bromberger aus Vaterstetten

Dieser Frau macht beim Schafkopfen keiner was vor - obwohl sie schon so alt ist

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„Schafkopfen hält jung.“ Davon ist Kunigunde Bromberger (94) aus Vaterstetten überzeugt. Regelmäßig organisiert sie Turniere, besucht aber auch andere Veranstaltung in der Umgebung, wie jetzt in Steinhöring.

Vaterstetten/Steinhöring – In Steinhöring war Kunigunde Bromberger  mit 94 Jahren die älteste Teilnehmerin. „Das Turnier gewonnen habe ich nicht. Aber das ist nicht das Wichtigste“, meint Kunigunde Bromberger. „Das Wichtigste ist, dass es Spaß macht. Ich bin eigentlich immer so im Mittelfeld. Das reicht doch. Und ich kann schauen, was die Anderen so machen.“

Dabei war die Veranstaltung in Steinhöring auch für die Schafkopf-Spezialistin etwas Besonderes. Organisiert wird das Turnier des Einrichtungsverbundes (EVS) schon seit Jahren von einem der dortigen Bewohner, nämlich von Markus Eicher. Der Verbund kümmert sich um Menschen mit körperlicher, geistiger, seelischer und mehrfacher Behinderung. „Ich finde es toll, dass Behinderte hier mit Nichtbehinderten spielen können“, sagt Bromberger. Natürlich dauere es deshalb ein bisschen länger. „Da ist die Veranstaltung nicht in drei Stunden vorbei.“ Denn das Turnier läuft nach den ganz normalen Regeln ab, mit 60 Runden und Wechsel zur Halbzeit. Gespielt wurde an zehn Tischen, also mit 40 Teilnehmern.

Es habe aber Besonderheiten gegeben, erklärt Bromberger. An ihrem Tisch habe ein junger Mann gespielt, der seine Hände nicht richtig bewegen, die Karten nicht richtig halten konnte. Die Karten wurden deshalb in ein Brett mit Schlitzen gesteckt. Hinter dem Spieler stand ein Helfer. Der Spieler sagte an, welche Karten ausgespielt werden sollte und der Helfer legt sie auf den Tisch, erzählt Bromberger. Das habe gut funktioniert. „Es war ein schönes Turnier. Und auch eine Brotzeit hat es gegeben.“

Die Seniorin kann schon seit ihrer Kindheit Schafkopfen. „Gelernt habe ich es von meinem Vater.“ Damals war es aber noch nicht üblich, dass Frauen in den Öffentlichkeit Schafkopfkarten in die Hand nahmen. „Gespielt habe ich also in der Familie oder bei Bekannten.“

Seit 35 Jahren organisiert Bromberger Benefiz-Schafkopfturniere in Vaterstetten. Der Erlös kommt dem Peru-Verein der katholischen Pfarrei zugute. „Früher war das sechs Mal im Jahr, inzwischen nur noch vier Mal“, erzählt die 94-Jährige.

Über viele Jahre betreute Bromberger ehrenamtlich Bewohner im Seniorenwohnpark in der Fasanenstraße in Vaterstetten. Dort habe sie auch etwa gelernt. „Die haben mir Bridge beigebracht. Das ist etwas kompliziert, aber wenn du ein Gefühl für Karten hast, dann begreifst du das auch.“ Bromberger beherrscht übrigens auch Doppelkopf, Tarock, Skat oder Kanaster.

Auf Turnieren Schafkopf zu spielen hat sie eigentlich erst so richtig angefangen, als ihr Mann Arno Bromberger, Professor an der Akademie der bildenden Künste München und Leiter der dortigen Werkstatt für Glasmalerei, vor elf Jahren starb. Durch die Veranstaltungen habe sie „viele Leute kennengelernt“. Sie haben keine Probleme, von jemanden zu einem Termin mitgenommen zu werden. „Sonst käme ich ja nirgendwo hin, ohne Auto.“ Und so kommt die Seniorin ganz schön rum. Am kommenden Sonntag spielt sie bei einem Turnier in Zamdorf. Ihr nächstes eigenes Turnier organisiert sie am 26. Januar in Vaterstetten. „Ich freue mich schon darauf.“

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