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Viel zu lange Warteliste: Steinhöring weitet Musikschul-Förderung aus

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Von: Sabine Heine

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Sehr beliebt: Steinhöringer Kinder bei einem Projekttag Musik mit Paul Niedermaier von der Musikschule. Archi
Sehr beliebt: Steinhöringer Kinder bei einem Projekttag Musik mit Paul Niedermaier von der Musikschule. © sro

18 Kinder und Jugendliche müssen noch ein Jahr auf ihren Unterricht warten. Erst dann greift die jetzt aufgestockte Förderung der Gemeinde Steinhöring für die kommunale Musikschule.

Steinhöring – Die Gemeinde ist ein Top-Standort für musikalische Bildung. Immer mehr Kinder und Jugendliche wollen musikpädagogische Angebote in Steinhöring nutzen. Ob musikalische Früherziehung, Instrumentalunterricht einzeln oder in Gruppen, ob Bläserbande in der Schule oder Musikkapelle: Das Angebot ist reichhaltig und wird gerne genutzt. Inzwischen sogar so gerne, dass die Musikschule als Träger der meisten Angebote eine Warteliste führen muss. 16 potenzielle Musikschülerinnen und -schüler werden im nächsten Schuljahr noch keinen Unterricht bekommen können. Das berichtete Gustav Berger, Verwaltungsleiter der kommunalen Musikschule in Ebersberg, dem Steinhöringer Gemeinderat. Es ging um die Aufstockung der „Personalstunden-Deckelung“.

Aus 30 „Jahreswochenstunden“ werden 38

Bislang bezahlt die Gemeinde Steinhöring der Musikschule 30 sogenannte „Jahreswochenstunden“, eine davon kostet der Gemeinde gut 1700 Euro. Diese plus die Gebühren, die die Eltern bezahlen und ein wenig staatliche Förderung finanzieren die Musikschul-Ausbildung für die Steinhöringer Kinder. Die Jahreswochenstunden richten sich nach der Schülerzahl. In Steinhöring war das aber auf eben diese 30 Stunden gedeckelt. So kommt es, dass wegen des größeren Andrangs nun 16 Schüler vertröstet werden müssen. Unterrichtet werden derzeit insgesamt 81 Steinhöringer Musikschüler.

„Was ist uns die Bildung wert?“, fragte Bürgermeisterin Martina Lietsch das Gremium. Da waren sich alle Gemeinderäte einig: Die Kostenbeteiligung der Gemeinde gehört unbedingt aufgestockt. Dies wird nun in zwei Stufen geschehen, um jeweils vier mehr auf insgesamt 38 Jahreswochenstunden.

Sozial angepasst: Gemeinderäte wollen neue Gebührenordnung

Eine Diskussion gab es zu diesem Thema nicht, aber einige Anmerkungen mit einem Appell an den Verwaltungsleiter der kommunalen Musikschule: Man möge doch bitte eine soziale Komponente bei der Beitragsgestaltung einführen – auch wenn das aufwendig ist.

CSU-Gemeinderat Johannes Antoni erinnerte an frühere Abrechnungsmodi: Da richteten sich die Gebühren nach den Einkünften der Eltern. „Wir als Gemeinde haben schließlich auch kein Füllhorn“, bedauerte er.

Sein Parteikollege Wolfgang Hofstetter brachte das noch auf den Punkt: „Es kann nicht sein, dass immer die Gemeinden für alles bezahlen sollen.“

Martina Lietsch gab dem Musikschul-Manager noch einen Tipp mit auf den Weg: Man könne das so machen wie Montessori- oder Walddorfschulen. Da zahlen die Betuchten teilweise auch freiwillig mehr. „Eine gute Idee“, resümierte Gustav Berger.

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