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„Du bekommst wahnsinnig viel zurück“: Michaela Baldauf mit ihren Helfern Rudolf Schipek und Peter Bauernschmied, die gemeinsam Partys für Menschen mit und ohne Behinderung organsieren.

Michaela Baldauf organisert seit 15 Jahren Partys für Menschen mit und ohne Behinderung

Disko für alle

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Steinhöring - Wenn sie zum Tanz bittet, rollen die Busse aus allen Richtungen an, denn ihre Veranstaltungen sind längst eine Institution: Seit 15 Jahren organisiert Michaela Baldauf (51), Mitarbeiterin im Betreuungszentrum Steinhöring, die „Outside-Handicap“-Party für Menschen mit Behinderung.

Die Behindertenwohnheime von Zorneding bis Mühldorf und von Erding bis Rosenheim haben jeden der acht Samstage im Jahr, an denen die Feier stattfindet, rot im Kalender angestrichen. Denn „Outside-Handicap“ ist für viele der Bewohner Kult. Dafür werfen manche Feiergäste sogar ihre Urlaubspläne über den Haufen. „Wenn mein Outside steigt, fahren die nicht an den Gardasee“, sagt Baldauf.

Stattdessen fahren die Busse nach Rott am Inn (Altlandkreis Wasserburg) zum Gasthof Stechl, wo Baldauf und ihre Mitstreiter im ersten Stock die Musikanlage aufstellen. Beim Tragen helfen Baldaufs Lebensgefährte Peter Bauernschmied (46) und Rudolf Schipek (51), ein Kollege aus dem Betreuungszentrum – alle drei arbeiten dafür rein ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Das Projekt finanzieren sie über Spenden, der Eintritt ist für alle Besucher gratis.

"Die Rollifahrer tragen wir gemeinsam rauf"

Das Schleppen ist das einzige, was Baldauf ein wenig nervt. „In unserem Alter haben wir es alle ein bisserl mit dem Rücken“, sagt sie. Draußen bleiben muss deswegen aber niemand, obwohl in den ersten Stock kein Lift fährt. „Die Rollifahrer tragen wir gemeinsam rauf“, sagt Baldauf. „Wir helfen zusammen.“

Ihre Gäste honorieren das. „Meistens kommen zwischen 250 und 300 Leute. Manchmal platzt der Saal fast.“, sagt Rudolf Schipek, der sich mit Baldauf seit sechs Jahren am Diskjockey-Pult abwechselt. Unter den Gästen sind immer auch junge Leute aus der Rotter Umgebung – Baldauf nennt sie mit einem Augenzwinkern die „Normalos“. „Es dürften ruhig mehr sein“, findet sie. Eine Hemmschwelle gegenüber den Behinderten sei immer noch da.

Der Name "Outside-Handicap" ist patentiert

Genau wegen dieser Hemmschwelle hatte vor gut 25 Jahren Baldaufs damaliger Lebensgefährte Dietrich Kerstens die Idee für das „Outside-Handicap“. Menschen mit und ohne Behinderung sollten sich zum Feiern ungezwungen in der Wirtschaft treffen – ganz normal eben. Als Kerstens 2001 tödlich verunglückte, übernahm Michaela Baldauf. „Ich wollte das Outside nicht mit ihm sterben lassen“, sagt sie. Den Namen „Outside-Handicap“ hat sie sogar patentieren lassen.

Am Samstag, 15. Oktober, steigt ab 19 Uhr in Rott das 15-jährige Jubiläum der „Outside-Handicap“-Disco. Auf Saalmiete verzichtet der Wirt und bietet alkoholfreie Getränke vergünstigt an. „Die Wirtsleute kommen uns sehr entgegen“, sagt Rudolf Schipek dankbar. Flyer und Plakate bezahlt das Betreuungszentrum Steinhöring, das auch einen Transporter für die Musikanlage stellt.

Wenn diese in den ersten Stock geschafft ist, geht auch für Michaela Baldauf der Spaß los. „Ich tanze gerne“, erklärt sie, weshalb es ihr wenig ausmacht, ihre freien Samstage für den Partyabend zu opfern. Ihre Gäste schätzt sie sehr: „Ich habe gemerkt, dass ich mit den Betreuten wahnsinnig viel Spaß habe. Die sind ehrlich im Miteinander, und du bekommst wahnsinnig viel zurück."

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