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Die Bürger hören es, die Behörden stellen sich taub: Die Ursachen des mysteriösen Brummens in Steinhöring sind nach wie vor ungeklärt.

Landkreis-Bewohner seit Jahren gestresst

Mysteriöser Brummton: Jetzt soll das Umweltministerium ran

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Seit Jahren hören Menschen in Steinhöring ein dumpfes Brummen. Niemand weiß, wo es her kommt. Ein Verein hat jetzt Beschwerde gegen das Landesamt für Umwelt und das Landratsamt Ebersberg eingelegt.

Steinhöring – Der Steinhöringer Verein zum Schutz der Gesundheit und Umwelt vor Infraschall geht in die Offensive. Er hat offizielle Beschwerde gegen das Landesamt für Umwelt (LfU) und das Landratsamt Ebersberg eingelegt. Zu dem Schritt hat sich der Verein entschieden, weil immer noch unklar ist, woher ein mysteriöser Brummton in der Gemeinde kommt und man mit der Ursachenforschung der Behörden unzufrieden sei.

Weil seit über vier Jahren einige Anwohner unter diesem Brummen leiden, wie sie sagen, haben sie im Frühjahr den Verein gegründet. Um das Brumm-Ton-Problem zu lösen, wollen die Mitglieder alle Möglichkeiten ausschöpfen. Nach zahlreichen Messungen und Gutachten der letzten Jahre sei nach Auskunft der Behörden „nichts feststellen“, Messungen brachten kein Ergebnis. Das heißt, dass der dubiose Brummton, den nur einige Landkreisbewohner in und um Steinhöring hören, nicht fundiert nachgewiesen werden kann. Eine Handlungsfähigkeit gebe es laut Landratsamt Ebersberg daher nicht.

Hilferuf an Bundestagsabgeordneten: Er antwortet

Das will der Verein nicht akzeptieren. Mithilfe von Experten und Betroffenen sei die Beschwerde formuliert und im Oktober eingereicht worden, sagt Caren Lipp, Sprecherin des Vereins. Außerdem wandte sich der Vorsitzende Henning Böhm an den CSU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, um „auf die Problematik des Infraschalls in unserer Region aufmerksam zu machen und um Hilfe und Unterstützung zu bitten“.

In einer schriftlichen Antwort von Lenz an den Verein heißt es, dass er „die Problematik sehr ernst“ nehme und „den Verein gerne unterstützen“ wolle. Als möglichen Grund für den Brummton vermutet Lenz die Öl-Leitungen der OMV Deutschland GmbH und TAL GmbH, die durch das Gemeindegebiet Steinhöring verlaufen. Henning Böhm ist schon länger überzeugt, dass das der Grund für die Belastung ist.

OMV will nicht Verursacher sein 

Das Unternehmen geht von einem „schwer aufzuklärendes Phänomen“ aus. „Die OMV scheidet aber als mögliche Verursacherin aus“, sagt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Diese Antwort ist für den Verein wie auch für Andreas Lenz zu wenig. Um Klarheit zu schaffen, will Lenz Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf kontaktieren und einen vor Ort Termin initiieren. Lenz will klären, was bei einem vergangenen Umbau der Ölleitungen genau von der OMV Deutschland GmbH und TAL GmbH gemacht wurde. „Unabhängige Stellen sollen das Problem mit dem Brumm-Ton anschauen“, fordert Lenz. Das Umweltministerium soll eingebunden werden und Erfahrungswerte liefern.

In der Region: Mysteriöses Brummen raubt Menschen den Schlaf

Weitere Gutachten wollen die Behörden nach aktuellem Stand nicht erstellen. Vorerst muss ein Teil der Steinhöringer Bürger weiter mit dem mysteriösen Ton leben. Die Folge für manche Betroffene: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit.

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