Politiker tun sich zusammen und schreiben Kardinal

Hanslmeier-Rauswurf: Jetzt soll’s Marx richten

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Mandatsträger von CSU, SPD und Grünen haben in einem Brief an Kardinal Reinhard Marx gegen die Entlassung der Chefin des Einrichtungsverbunds Steinhöringer Werkstätten protestiert. Sie fordern, dass die Kündigung zurückgenommen wird.

Steinhöring/Landkreis – Das hat es in dieser Form im Landkreis Ebersberg noch nie gegeben. Politische Mandatsträger von CSU, SPD und Grünen haben sich zusammengetan und in einem Brief an Kardinal Reinhard Marx gegen die Entlassung der Chefin des Einrichtungsverbunds Steinhöringer Werkstätten, Gertrud Hanslmeier-Prockl, protestiert. Sie fordern, dass die Kündigung zurückgenommen wird.

Unterschrieben ist der Brief vom Freitag von Landrat Robert Niedergesäß (CSU), dem Landtagsabgeordneten Thomas Huber (CSU), der Europaabgeordneten Angelika Niebler (CSU), dem Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, der Landtagsabgeordneten Doris Rauscher (SPD), der früheren Sozialministerin und stellvertretenden Ministerpräsidentin Christa Stewens (CSU) sowie der beiden Bezirksrätinnen Ottilie Eberl (Grüne) und Susanne Linhart (CSU). Das Schreiben kam nach Informationen der Ebersberger Zeitung auf Initiative von Niedergesäß und Huber zustande.

„Kündigung stößt auf Fassungslosigkeit“

Darin heißt es: „Die Kündigung von Frau Hanslmeier-Prockl trifft im Landkreis Ebersberg bei den ca. 900 Mitarbeiterinnen und den Mitarbeitern des Einrichtungsverbundes Steinhöring, den Bewohnern des Betreuungszentrums, den Menschen mit Behinderung, den Eltern, den Mitgliedern des Fördervereins und des Trägervereins, der Lebenshilfe, bei den Bürgermeistern und bei den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises auf großes Unverständnis, ja sogar auf Fassungslosigkeit.“

Der gesamte Einrichtungsverbund des Betreuungszentrums Steinhöring mit seinen vielen Einrichtungen im Landkreis Ebersberg und darüber hinaus bedeute das beste Beispiel für „gelebte Inklusion“ von Menschen mit und ohne Behinderung und zwar bereits im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung, in der Arbeit, in der Freizeit und im Alter sowie bei Pflegebedürftigkeit.

„Christliche Lösung“ muss möglich sein

Es könne doch nicht sein, „dass von einem christlichen Träger keine „christliche Lösung“ gefunden werden kann, in der beide Seiten aufeinander zugehen und sich einigen und zwar für die Menschen, die im Einrichtungsverbund leben und arbeiten“. Unüberbrückbare Differenzen könne es sicherlich manchmal geben, aber wenn so viel auf dem Spiel steht, „sehen wir die Katholische Jugendfürsorge in der Verantwortung, Brücken zu bauen, statt sie einzureißen“.

 „Unüberbrückbare Differenzen in der Ausrichtung des Einrichtungsverbundes“, dies ist die offizielle Begründung der Kündigung von der KJF, könne man sich allerdings bei einem seit Jahrzehnten derart erfolgreichen Unternehmen nicht vorstellen.

Auch interessant:Zu innovativ? Katholische Jugendfürsorge feuert beliebte Einrichtungs-Chefin: So erklärt die Kirche sich

 Kritik könne übrigens ein belebendes Element sein und sollte nicht zu einem unüberwindbarem Hindernis werden, heißt es in dem Brief weiter. Und wörtlich: In dem Leitbild der Katholischen Jugendfürsorge steht: Wir greifen das Problem an und nicht den Menschen. Leider entsteht bei uns der Eindruck, dass hier im umgekehrten Sinne verfahren wird.“

Vermittler vorgeschlagen

Die Politiker appellieren eindringlich an den Kardinal, „sich im Sinne einer friedlichen und christlichen Lösung für alle betroffenen Menschen einzusetzen und die Kündigung von Frau Dr. Hanslmeier-Prockl zurückzunehmen.“

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Sie schlagen Egon Endres, den ehemaligen Präsidenten der Kath. Stiftungshochschule München, als Vermittler vor. Endres könne, da er beide Seiten aus seiner beruflichen Tätigkeit gut kennt, einen Weg aus dieser schwierigen Situation finden, außerdem habe er die notwendige Sensibilität, um weiteren Schaden von allen Beteiligten abzuwenden.

Unser Kommentar: Rauswurf der BZ-Chefin: Erbärmliches Verhalten der Kirche

Rubriklistenbild: © dpa / Friso Gentsch

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