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„Unabhängigkeit ist mir wichtig“, sagt Martina Lietsch, die keiner Partei angehört. 

Kommunalwahl 2020

Nach dem Tod des Mannes: Lietsch kandidiert erneut

Seit 17 Jahren sitzt sie im Gemeinderat, derzeit als 2. Bürgermeisterin. Unterstützung fand die parteilose Martina Lietsch bisher von der SPD.  Im nächsten Jahr will die 55-Jährige über eine freie Liste für das Amt des Bürgermeisters kandidieren.

Steinhöring – Gut überlegt habe sie sich das, erzählt sie, denn sie weiß sehr gut, was sie als Bürgermeisterin alles erwartet. „Meine Feuerprobe für dieses Amt habe ich schon vor Jahren bestanden, als ich 2013 – damals waren sowohl der 1. als auch der 2. Bürgermeister erkrankt – für gut zwei Monate das Rathaus leiten musste. Das hat sehr gut funktioniert.“

Eine willkommene Herausforderung sieht Lietsch in dem Amt. „Nach dem Tod meines Mannes vor knapp einem Jahr freue ich mich ohnehin auf einen neuen Lebensabschnitt.“ Ein politischer Mensch, so erzählt die als Angestellte im Bereich Naturschutz im Landratsamt tätige Mutter eines erwachsenen Sohnes und eines Stiefsohnes, sei sie schon immer gewesen. Parteigebunden allerdings wollte sie nie sein, denn „Unabhängigkeit ist mir wichtig.“ In der Kommunalpolitik komme es aus ihrer Sicht ohnehin weniger auf eine Parteiangehörigkeit an, vielmehr auf den gesunden Menschenverstand.

Naturschutz weit oben auf der Agenda

Für die gebürtige Grafingerin, die bei der Kommunalwahl 2014 schon einmal kandidierte, stehen Naturschutzthemen weit oben auf der Agenda, darin hat sie jahrelang berufliche Erfahrung. „Mit Landwirten, Bauherren, Architekten habe ich täglich zu tun und weiß um die Problemstellungen.“ Als Befürworterin von erneuerbarer Energie weißt sie darauf hin, dass „das alles mit der Landwirtschaft verträglich sein und ins Landschaftsbild passen muss.“ Windräder etwa sieht sie hier nicht.

Eine große Aufgabe sieht Lietsch in der geplanten Neugestaltung des einstigen Lagerhauses am Bahnhof. Dort möchte sie so viel wie möglich erhalten und wünscht sich, dass im Zuge des Umbaus eine direkte Verbindung vom Betreuungszentrum zum Bahnhof entsteht. Im Haus selbst möchte sie gerne eine Begegnungsstätte sowie Wohnraum für verschiedene Generationen schaffen. Platz für Kultur soll es geben, etwa für kleine Ausstellungen, einen Veranstaltungsraum, in dem auch der Heimatverein ein zuhause finden soll. „Eine Mischung von Alt und Jung und von Moderne und Tradition.“

Das Wichtigste als Bürgermeisterin wäre ihr ein transparenter Führungsstil. In diesem Zusammenhang spricht sie von einer Bürgersprechstunde, die sie einrichten will – auch für Vereine.

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Lietsch steht für moderates Wachstum der Gemeinde, denkt über neue Wohnformen nach, in denen sich Wohnen und Arbeiten verbinden lasse - „wenn nicht im gleichen Haus, so zumindest im Ort,“ – und setzt sich für zeitgemäßes, bezahlbares und nachhaltiges Wohnen ein.

Sie weiß, dass das Steinhöringer Gewerbegebiet ein heißes Thema ist, dennoch möchte sie gern mittelständische Firmen in Steinhöring ansiedeln, solche, „bei denen die Arbeitsplätze vor Ort sicher sind.“

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