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Michael Acker, Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung.

Kommentar zu Hanslmeier-Prockl

Rauswurf der BZ-Chefin: Erbärmliches Verhalten der Kirche

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Die Katholische Jugendfürsorge hat Gertrund Hanslmeier-Prockl, langjährige Chefin des Einrichtungsverbunds Steinhöringer Werkstätten, den Stuhl vor die Tür gesetzt. EZ-Redaktionsleiter Michael Acker kommentiert den Rauswurf.

„Das ist halt wie in einer Ehe. Wenn’s nicht mehr geht, dann geht’s halt nicht mehr.“ Dieses Zitat im Zusammenhang mit dem Rauswurf von BZ-Chefin Gertrud Hanslmeier-Prockl stammt aus dem Mund von Bartholomäus Brieller. Er ist Vorstandsvorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge und damit ein hoher Funktionsträger in gerade der Kirche, für die Ehe von Gott eingesetzt ist als „lebenslange und unauflösliche Gemeinschaft des Lebens und der Liebe“.

Dass ausgerechnet Brieller das oben genannte Zitat gesagt hat, gibt Zeugnis von der Doppelmoral, die in Teilen der Kirche vorherrscht – bis ganz nach oben.

Diese Doppelmoral ist es auch, der jetzt Gertrud Hanslmeier-Prockl zum Opfer gefallen ist. Die 46-Jährige hat im Einrichtungsverbund Steinhöring jahrelang hervorragende Arbeit geleistet, sie ist bei den behinderten Menschen ebenso beliebt wie sie in der Fachwelt anerkannt ist. Es müssen schwerwiegende Gründe vorliegen, wenn man einer Frau wie ihr den Stuhl vor die Türe setzt.

Lesen Sie auch: Beliebte BZ-Chefin muss gehen

Diese allerdings sind nicht zu erkennen, „unüberbrückbare Differenzen in der Ausrichtung“ (Brieller) klingt arg konstruiert. Wahrscheinlicher ist, dass Hanslmeier-Prockl den Münchner Würdenträgern zu erfolgreich war und die Interessen ihrer Einrichtungen in deren Augen zu forsch vertreten hat. Sie dafür zu bestrafen, ist erbärmlich.

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