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Quöllfrisch hell: Aus ihrer Lieblingsdose aus dem Appenzell hat Susanne Kneidl auch schon Sterne gebastelt.

Zu Besuch bei Susanne Kneidl

Die Sternemacherin von Steinhöring

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Susanne Kneidl aus Steinhöring  bastelt aus Getränkedosen höchst dekorative Sterne. Wir haben sie besucht.

Bier wie Bayern: Das war mal eine Löwenbräu-Dose.

Steinhöring – Aufreißen, trinken, weg damit. Dosen sind schon eine praktische Verpackung für Getränke, vor allem unterwegs. Leicht und unzerbrechlich sind sie und liefern uns eine schöne Portion Flüssigkeit gegen den Durst. Aber was kommt danach? Wenn’s gut geht, landet die leere Dose im Getränkemarkt, wenn nicht, auf dem Müll. Einige Dosen allerdings finden den Weg in das Atelier von Susanne Kneidl. Die Steinhöringerin bastelt aus Getränkedosen höchst dekorative Sterne.

Susanne Kneidl macht Upcycling wie es im Buche steht. Was vorher ein schnöder Nutzgegenstand war, wird durch ihre kreative Arbeit in ein durchdachtes, künstlerisches Werk verwandelt. „Meine Sterne sollen nicht einfach nur schön sein“, sagt Susanne Kneidl. „Sie sollen schon eine gewisse Message transportieren.“ Oh ja, das ist auch auf vier Quadratzentimetern möglich.

Die Dosen an sich tragen jede Menge Informationen. Den Markennamen natürlich. Aber auch viele Deko-Elemente und Texte. Fragmente von alledem setzt Susanne Kneidl mit ihren Dosensternen neu zusammen, gibt ihnen ganz neue Inhalte.

Bier spielt wichtige Rolle

Bier spielt bei den Dosensternen eine ganz wichtige Rolle. Am liebsten verwendet die Apothekerin im Ruhestand Aluminium-Dosen. Brauereien aus aller Herren Länder, aber auch Urlauber, stellen ihr das Handwerkszeug zur Verfügung. Die Dosen werden auf- und dann in feine Streifen geschnitten. Aber nicht irgendwie, sondern mit Plan. „Ich habe das Motiv des fertiges Stern von Anfang an im Kopf“, erklärt die 64-Jährige. Dem Zufall überlässt sie dabei nichts.

Den Stern faltet sie nach dem mathematischen Prinzip eines „Fröbelsterns“. Fertig gefaltete Sterne bekommen einen Magneten oder Anhänger für die Ohren oder mit dem Dosenaufreißer einen Aufhänger. 

Oft fertigt Susanne Kneidl für Brauereien oder andere Firmen Geschenke. Die verpackt sie einzeln in einer Blechdose, und so sie erscheinen so wertvoll wie Orden. Dabei ist das Ganze gar kein Geschäft. Viele Sterne spendet Kneidl an die BR-Sternstunden, die die Initiative auf ihrem Stand am Nürnberger Christkindlesmarkt verkauft. Andere Sterne brauchen vier Dosen, um die Idee der Künstlerin umzusetzen – bei einem Preis pro Stern von unter fünf Euro macht sie eher ein Minus. „Das Geld spielt keine Rolle“, versichert Kneidl. „Es kommt darauf an, es zu tun.“ Ihre Leidenschaft für die Sterne ist groß, eine Herausforderung. Und davon hält sie auch nichts ab.

FC Bayern fühlt sich bedroht

Coca Cola, Löwenbräu, Red Bull, die ganz großen Marken verarbeitet sie in ihren kleinen Kunstwerken. Ärger? Nie! Nur einmal, ja, da hatte sie es mit einem „noch größerem“ zu tun, dem FC Bayern. Der „Stern des Südens“ fühlte sich in seinen Markenrechten bedroht von der Bastlerin aus Steinhöring. Dabei hatte sie nur angefragt, ob sie für den Fußballclub ein paar Dosensterne aus einer Dose mit dem Vereinsemblem basteln dürfte...

Viele Dankesbriefe bekommen

Andere, vor allem Brauereien und Menschen, die sonst beruflich mit Getränken zu tun haben, sind kooperativer. Susanne Kneidl hat zahlreiche Dankesbriefe für ihre Arbeiten gesammelt. Das motiviert sie zum Weitermachen. Nächstes Jahr wird sie ihre neuesten Werke wieder auf der Biermesse „Braukunst-Live“ vorstellen und ansonsten jederzeit zuhause in Steinhöring.

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Wer ein paar schöne Getränkedosen aus dem Ausland mitbringt und nicht weiß wohin damit: Bei Susanne Kneidl sind sie herzlich willkommen.

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