Markus Mayerhofer liebte seinen alten Eicher-Bulldog, den er mühevoll hergerichtet hatte. Am schönsten waren diese Spazierfahrten für ihn, wenn die Töchter dabei waren – am besten deren Spielgefährten gleich noch mit dazu.
+
Markus Mayerhofer liebte seinen alten Eicher-Bulldog, den er mühevoll hergerichtet hatte. Am schönsten waren diese Spazierfahrten für ihn, wenn die Töchter dabei waren – am besten deren Spielgefährten gleich noch mit dazu.

NACHRUF

Plötzlicher Tod von Familienvater mit 45: Trauer um „Bambam“

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
    schließen

Für viele Menschen in und um Steinhöring und Emmering war er ein Fels in der Brandung. Nun ist Markus Mayerhofer, Ehemann und Vater zweier Kinder, plötzlich gestorben. Die Anteilnahme in der Region ist enorm.

Steinhöring/Emmering – Wer mit der Zeichentrick-Serie „Familie Feuerstein“ vertraut ist, kennt den vor Kraft strotzenden Sohn von Betty und Barney Geröllheimer – einen aufgeweckten Burschen mit Keule und Leoparden-Schurz. Markus Mayerhofer zog sich zeitgemäßer an und schwang auch keine Keule, aber seinen Spitznamen hat er schon als Jugendlicher von dieser Steinzeit-Trickfigur abbekommen. Als „Bambam“ kannten den Steinhöringer vielleicht mehr Leute als unter dem Namen, der in seinem Ausweis stand. Jetzt ist Bambam tot.

Markus Mayerhofer, groß und kräftig gebaut, strotzte nur so vor Kraft. Und mit der Zeichentrickfigur hatte er noch etwas gemein: Er setzte seine Stärke ein, um den Schwächeren zu helfen. „Er war immer der Beschützer für alle“, sagt seine Frau Cornelia. „Der starke Nachbarsbub.“ Sie muss lachen, ihrer Trauer zum Trotz, als sie hinzufügt: „Ich habe die ersten 15 Jahre lang nicht genau gewusst, wie er richtig heißt.“

Kennengelernt hat die Emmeringerin ihren Bambam beim Tullinger Stopselclub. Es dauerte, bis sich das Paar schließlich traute. „Tausendmal berührt...“, sagt Cornelia Mayerhofer. Seit fast sieben Jahren waren die zwei verheiratet, wohnten in Hirschbichl bei Emmering.

Der plötzliche Tod zerstört die Träume und Pläne der Familie

Nächstes Jahr hätte ein besonderes Jahr werden sollen. Die Mayerhofers hatten große Pläne: Ein Haus in Steinhöring wollten sie bauen, in Markus Mayerhofers Heimat, für das Ehepaar und die beiden Töchter. Jahrelang gespart, geplant und um Genehmigungen gerungen: „Jetzt wäre es endlich losgegangen“, sagt die 40-Jährige. Die Zukunft sah so vielversprechend aus.

Nun aber ist Cornelia Mayerhofer schon bang, wenn sie nur daran denkt, wie heuer Weihnachten werden soll. Die sechsjährige Franziska und die vierjährige Magdalena schlafen derzeit nicht gern daheim, wo sie alles an den Papa erinnert und sie traurig werden.

Es ist ein ruhiger Fernsehabend, Cornelia Mayerhofer ist auf der Couch eingenickt, als ihr Mann sie weckt und ihr bedeutet, sie müsse sofort den Notarzt rufen. Doch niemand kann mehr etwas ausrichten. Den Bambam reißt an jenem Abend ein allergischer Schock aus dem Leben – und das Glück der kleinen Familie liegt in Trümmern. Markus Mayerhofer wurde nur 45 Jahre alt.

Große Anteilnahme: Der „Bambam“ hat Spuren hinterlassen

Die Eltern, die Geschwister, der Freundeskreis – sie alle springen Cornelia Mayerhofer und ihren beiden Töchtern zur Seite. Die Anteilnahme ist gewaltig: Zur Beerdigung in der Heimatgemeinde Steinhöring kommen 700 Menschen zusammen, schätzen manche. Markus Mayerhofer hat viele Spuren hinterlassen und viele Freundschaften geknüpft. Ob als Holztransporter-Fahrer für ein Ebersberger Fuhrunternehmen oder später als Lagerist im Aßlinger Raiffeisen-Lagerhaus – der Bambam konnte anpacken, und die Anderen konnten sich auf ihn verlassen. Ein sanfter Riese eben.

Mit einem Faible für den TSV Steinhöring, den Stopselclub Tulling und den FC Bayern. Und für alles, was brummte und knatterte. Noch lieber als mit dem Motorrad war er zuletzt mit dem alten Eicher-Bulldog unterwegs, den er in monatelanger Tüftel-Arbeit hergerichtet hatte. Am schönsten waren diese Spazierfahrten für Markus Mayerhofer, wenn die beiden Töchter dabei waren – am besten deren Spielgefährten gleich noch mit dazu.

Denn eins war Markus Mayerhofer vor allen anderen Dingen: ein Familienmensch. Für seine drei Mädels stellte er sich auch mal an den Herd und kochte ein Rezept aus einer der Kochsendungen nach, die er gerne schaute. „Meistens Fleisch“, sagt Cornelia Mayerhofer und muss noch einmal lachen. Markus Mayerhofer, der Bambam, hinterlässt eine gewaltige Lücke. Gelebt hat er viel zu kurz. Aber wenigstens hat es ihn überhaupt gegeben.

Alle Nachrichten aus Steinhöring, Emmering und dem Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion