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Die OMV unterhält in der Gemeinde Steinhöring ein Tanklager. Immer wieder wird dieses als Verursacher des ominösen Brummtons genannt, was der Konzern ausschließt. Er beruft sich auf eine Beurteilung des Landesamts für Umwelt. 

Steinhöringer Bürger schließen sich zusammen

Brummton-Geplagte gründen Verein

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Es wird nicht ruhig in Steinhöring. Seit vier Jahren leiden Anwohner unter einem dumpfen Brummen, wie sie sagen. Ein mysteriöser Ton, dessen Ursache trotz Messungen unklar bleibt – bis heute. Die Folge für Betroffene: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit, Unwohlsein.

Steinhöring– Sie haben nun einen Verein gegründet. Der soll das Brumm-Problem stärker öffentlich machen, und letzten Endes lösen. „Wir hoffen, viele Mitglieder zu bekommen, um geschlossen mit Behörden und Verantwortlichen die Sache zu lösen“, sagt Caren Lipp, vom Verein mit dem Namen „Zum Schutz der Gesundheit und Umwelt vor Infraschall“. Aus Sicht der Mitglieder würde das Thema einschlafen, das Landratsamt Ebersberg lasse die Ermittlungen im Sand verlaufen. Doch die Probleme blieben, betont Lipp. „Wir sind die, die nachts nicht schlafen können“ und das komme nicht vom Surren eines Kühlschranks.

Das Landratsamt Ebersberg verteidigt: Es seien zahlreiche Messungen und Gutachten erstellt worden. Die hätten nichts feststellen können. Das Landesamt für Umweltschutz (LfU) habe betont, dass Messungen kein Ergebnis bringen. Es gebe damit keine weitere Handlungsfähigkeit des Landratsamtes.

Vorsitzender der Vereins ist Hennig Böhm, der selbst unter dem Ton leide. Er vermutet, dass das Brummen von Öl-Leitungen der OMV Deutschland GmbH und TAL GmbH kommt, die durch das Gemeindegebiet verlaufen. Das Unternehmen teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass es sich um ein „schwer aufzuklärendes Phänomen“ handle, von dem „bedauerlicherweise einige Bürger betroffen sind“. Und: „Die OMV scheidet als mögliche Verursacherin aus.“ Das habe 2016 das Bayerische Landesamt für Umwelt in einem vom Landratsamt Ebersberg in Auftrag gegebenen Gutachten bestätigt, sagt ein Unternehmenssprecher.

Im Verein sind die Mitglieder kritisch. Sie bleiben bei ihrer Meinung, dass die Ölleitungen schuld sind. Außerdem vermuten sie, dass die Messungen, die keinen Nachweis ergaben, von wo oder wem der Ton kommt, nicht richtig waren. Die Messungen seien angekündigt worden und damit hätten sich die Verursacher vorbereiten können, heißt es aus Vereinskreisen.

Wieso einige Bürger in oder um Steinhöring einen Ton wahrnehmen und andere nicht, bleibt ebenfalls unklar. In der Landkreis-Behörde spricht man von einen Phänomen, dass immer wieder vorkomme und dass der Ton nicht von allen wahrgenommen würde.

Experten wie Thomas Fedtke, von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, sind überzeugt, dass Infraschall heute immer wichtiger werde, weil es immer mehr Quellen gebe, die ihn erzeugten, zum Beispiel Generatoren, Motoren oder Industrieanlagen. Das menschliche Gehör sei für Infraschall empfänglich, das schwanke aber von Person zu Person.

Um die Bevölkerung über Infraschall aufzuklären, veranstaltet der Steinhöringer Verein am 31. Mai um 19.30 Uhr einen Informationsabend im Dorfgemeinschaftshaus Tulling. Experten referieren über gesundheitliche Aspekte unter dem Motto „Infraschall der unhörbare Lärm“ und versuchen den Brummton zu erklären. Betroffene können vor Ort ihre Erfahrung mit dem Brummen schildern.

Bisher zählt der Verein 40 Mitglieder, die nicht nur aus Steinhöring kommen. Lipp sagt, dass es bundesweites Interesse an dem Verein und dem Thema deshalb auch Mitglieder aus Berlin und Baden-Württemberg gebe.

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