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Der Strom, den die Steinhöringer verbrauchen, soll künftig vom Eberwerk kommen

Gemeinderat macht sich Entscheidung nicht leicht

Steinhöringer Strom kommt künftig vom Eberwerk

  • Sabine Heine
    vonSabine Heine
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Strom kaufen, aber wo? Vor dieser Frage stand der Steinhöringer Gemeinderat. Den Zuschlag bekam das lokale Eberwerk.

Steinhöring - Zwei Alternativen standen zur Debatte: Weiter an der Bündelausschreibung des Gemeindetags teilnehmen – und sich wieder für fünf Jahre zu einem Festpreis binden – oder einen halbjährlich kündbaren Stromliefervertrag zum Tagespreis mit dem lokalen Eberswerk abschließen.

Es geht um 600 000 Kilowattstunden Strom, die die Kommune jährlich in ihren Liegenschaften verbraucht. Die Gemeinde Steinhöring ist am Unternehmen Eberwerk beteiligt. So schnell und einig, wie man denken möchte, kam die Entscheidung pro lokales Unternehmen allerdings nicht.

„Das sind doch nur Stromhändler, mehr nicht“

„Das sind doch nur Stromhändler, mehr nicht“, monierte Wolfgang Bierwirth (PWG). „Die produzieren doch fast gar keinen Strom selbst.“ Fraktionskollege Max Stabernak hielt dagegen: „Wie soll das Unternehmen denn jemals auf die Beine kommen, wenn nicht mal die Anteilseigner dort ihren Strom beziehen?“ Dem Eberwerk wurde in der weiteren Diskussion zugute gehalten, sich um mehr selbst produzierten Strom zu bemühen, zum Beispiel bald mit Photovoltaikfeldern bei Ebersberg. „Ich finde es gar nicht toll, den ganzen Elektroschrott in der Landschaft zu verteilen“, ärgerte sich Wolfgang Hof-stetter (CSU) und sprach sich für die Beibehaltung der Bündelausschreibung aus. „Bei einem so lange festgeschriebenen Strompreis können wir auch viel besser kalkulieren“, meinte Hofstetter

2. Bürgermeister Christian Schächer (CSU) versuchte zu vermitteln. „Mir ist regional eindeutig lieber. Und sollte das Unternehmen mal Gewinn machen, fällt auch für uns was ab. Wir sollten dem Eberwerk eine Chance geben“, warb Schächer um Zustimmung. Wolfgang Bierwirth schüttelte wieder den Kopf und machte aus seiner Meinung keinen Hehl und sagte nur ein Wort: „Dilettantisch.“

„Wir können den Vertrag ja halbjährlich kündigen“, beschwichtige Bürgermeisterin Martina Lietsch. Das überzeugte dann vorläufig auch die Skeptiker. Ab 2023 wird das Eberwerk Strom an die Gemeinde Steinhöring liefern.

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