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Viele Steinhöringer leiden an tieffrequentem Schall.

Überraschender Beschluss

Steinhöringer Brummton-Opfer werden zur Kasse gebeten 

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Steinhöring -  Für das weitere Vorgehen in Sachen „Brummton“ will Steinhöring betroffene Bürger zur Kasse bitten. Es geht um ein Gutachten. Zahlreiche Steinhöringer leiden seit Jahren unter den Folgen des tieffrequenten Schalls.

Das Gutachten, so viel steht schon mal fest, soll bis zu 90 000 Euro kosten. Wie schon für die vorherigen Untersuchungen, wird der Landkreis die Hälfte übernehmen, also bis zu 45 000 Euro. Nach bisherigen Absprachen würde die Gemeinde die andere Hälfte bezahlen. Die hat nun aber entschieden, sich nur mit einem Viertel der Kosten, also bis zu 22 500 Euro, am Gutachten zu beteiligen. Genauso viel sollen die betroffenen Bürger übernehmen. Der einstimmige Beschluss des Gemeinderats reicht noch weiter: Erst nachdem dieser Bürgeranteil auf dem Gemeindekonto eingegangen ist, soll das Gutachten überhaupt in Auftrag gegeben werden. Werde das Geld nicht eingezahlt, werde sich die Gemeinde auch nicht mehr an den Untersuchungskosten beteiligen.

Den meisten der gut 20 Besucher im Sitzungssaal stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Total enttäuscht verließen sie das Rathaus. „Das ist beschämend“ sagte einer. „Wie soll man das denn überhaupt umlegen?“, fragte ein anderer. „Werden am Ende die bestraft, die sich in die Liste der Betroffenen eingetragen haben?“ Nach wie vor fühlen sich die Betroffenen nicht ernst genommen, obwohl viele von ihnen unter schweren gesundheitlichen Folgen dieses Tons leiden. „Wir sind bedient!“, so das Fazit der Steinhöringer. Zahlen wollen die Besucher der Gemeinderatssitzung jedenfalls nicht: „Das geht doch das ganze Dorf an und nicht nur einige wenige...“

„Wir haben im Ausschuss lange diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass sich die Bürger an den Kosten für die Untersuchung beteiligen sollen“, eröffnete Bürgermeister Alois Hofstetter (CSU) die Diskussion, die bis auf ein paar Nachfragen und Statements keine werden sollte – weil man sich eben schon vorher einig war. Über die konkrete Verteilung der Kosten auf einzelne Bürger wurde auf der Gemeinderatssitzung übrigens nicht gesprochen.

Das Landratsamt bleibt bei seinem Anteil von 50 Prozent der Kosten, teilte am dessen Sprecherin Evelyn Schwaiger am Mittwoch mit. „Der Landkreis engagiert sich, weil einige seiner Bürger nach eigener Aussage durch die Schallemissionen massiv in ihrer Lebensqualität beeinträchtig werden.“ Und zum Vorgehen der Gemeinde Steinhöring teilt Schwaiger mit: „Wir hoffen, dass die Gemeinde und betroffene Bürger einen gangbaren Weg finden werden, damit die geplanten Messungen zeitnah stattfinden können, um endlich weitere Klarheit zu schaffen, was die Ursache des Brummtons betrifft.“

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