Gebannt von den Ergebnissen: SPD-Kreisvorsitzender Thomas Vogt, Landrat Gottlieb Fauth und seine Frau Susanne sowie Florian Alte (v. r.) studieren im Landratsamt die ersten Wahlresultate aus den Gemeinden. Foto: stefan Rossmann

Die Stimmen zur Landratswahl in Ebersberg

Landkreis - Wen man auch vor der Landratswahl nach dem möglichen Ergebnis befragte, die Antwort war stets die gleiche: „Es wird knapp.“ Die Reaktionen auf das knappe Ergebnis hingegen fielen viel unterschiedlicher aus. Wir haben nachfolgend einige zusammengetragen.

Ewald Schurer, SPD-Bundestagsabgeordneter, Ebersberg: „Ein Drittel Stimmenanteil ist ein Riesenerfolg für uns. Das ist eine gute psychologische Ausgangsbasis. Im Landkreis München war es damals ähnlich mit einer vergleichbaren Konstellation, dort gewann der SPD-Bewerber. Für Ernst Böhm ist das ein Riesenerfolg, er zeigt seine gute Verankerung in der Bevölkerung. Jetzt müssen wir bei den Grünen und den Freien Wählern werben, deren Zustimmung für uns ist keine Selbstverständlichkeit.“

Bärbel Narnhammer, ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete, Anzing: „Eine Stichwahl habe ich im Landkreis noch nicht erlebt. Sie hat eigene Gesetze, dort wird alles neu gemischt.“

Martin Lechner, CSU-Kreisrat, Straußdorf: „Katastrophal ist die Wahlbeteiligung.“

Bernhard Wieser, CSU-Kreisrat, Aßling: „Das Aßlinger Ergebnis ist sehr enttäuschend. Die Wahlbeteiligung ist viel zu niedrig für eine so wichtige Wahl. An der Stimmung an den Infoständen war das so nicht zu erkennen, ganz im Gegenteil.“

Thomas Huber, CSU-Kreisrat, Grafing: „Die Wahlbeteiligung ist bedenklich. Das enttäuscht mich. Nun stehen noch 14 Tage Überzeugungsarbeit vor uns.“

Hans Vollhardt, CSU, ehemaliger Landrat, Ebersberg: „Herausragend ist die katastrophale Wahlbeteiligung. Hier müssen sich alle Parteien schnell Gedanken machen, wie sie den Bürgern die Bedeutung von Wahlen klarmachen wollen.“

Albert Hingerl, SPD-Bürgermeister, Poing: „Die 32 Prozent Beteiligung in Poing sind klar ausbaufähig. Aber ein Sieg ist möglich, das zeigen Grafing und Ebersberg. Poing muss sich da anschließen.“

Florian Alte, CSU-Kreisrat, Anzing: „Ich bin nicht überrascht, das habe ich so erwartet. Ernst Böhm hätte ich mehr zugetraut, die Wahlbeteiligung ist enttäuschend. Aber das ist wohl so, wenn nur in Anführungsstrichen der Landrat gewählt wird und nicht die Gemeinde- und Kreisräte.“

Magdalena Föstl, stv. Landrätin und CSU-Kreisrätin, Markt Schwaben: „Mir wären 2,5 Prozent mehr lieber gewesen. Aber das lag beispielsweise in Markt Schwaben an der geringen Wahlbeteiligung.“

Toni Ried, Landratskandidat der Freien Wähler, Ebersberg: „Mein Ergebnis in Ebersberg war gut, auf Kreisebene weniger. Aber die Freien Wähler sind kein Block.“

Christa Stewens, CSU-Landtagsabgeordente, Poing: „Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln und in 14 Tagen gewinnen.“

Walter Brilmayer (CSU), Landratsstellvertreter: „Das Ergebnis in Ebersberg lag vor allem daran, dass die Freien über 23 Prozent geholt haben.“

Robert Niedergesäß, CSU-Landratskandidat, Vaterstetten: „Es fehlten zwei Prozent. Ich habe mit einer Stichwahl gerechnet. Wir haben dafür schon alles vorbereitet.“

Reinhard Oellerer, Landratskandidat der Grünen, Anzing: „Das Ergebnis entspricht unseren Erwartungen. Wir werden uns am Montag zusammensetzen. Eine Wahlaussage für die Stichwahl gibt es von mir heute nicht.“

Wolfgang Will, FDP-Kreisrat, dritter Bürgermeister Vater-stetten: „Das Schockierende ist die Wahlbeteiligung. Vor allem deshalb, weil der Wahlkampf so intensiv geführt wurde.“

Ursula Bittner (SPD), Ex-Bürgermeisterin von Kirchseeon, stv. Bezirkstagspräsidentin: „Die Wahlbeteiligung ist enttäuschend und erschütternd.“

Johann Schwaiger, CSU- Kreisrat, Grafing: „Eine Stichwahl war zu erwarten, wenn man sich Zahlen der vergangenen Jahre anschaut.“

Ewald Silberhorn, FDP-Kreisvorsitzender, Poing: „Fast die absolute Mehrheit hat Robert Niedergesäß im ersten Wahlgang geschafft. Mit knapp 48 Prozent haben die Wähler im Landkreis Ebersberg ein deutliches Votum für Herrn Niedergesäß abgegeben. Nun wird es darauf ankommen, dass in zwei Wochen auch sie und bisher unentschlossene Bürger für den aus unserer Sicht besten, weil kommunalpolitisch erfahrenen und für für dieses Amt kompetenteren Kandidaten Robert Niedergesäß stimmen.“ Robert Langer/Jörg Domke

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