So könnte die Schulerweiterung aussehen: Rechts die neue Aula mit einem Walmdach, links anschließend der Querbau mit dem neuen Dachgeschoss samt Säulen und ganz links der noch nicht umgebaute Teil für Mittagsbetreuung und Perchtenstiftung. Plan: gemeinde

Ein Stockwerk obendrauf

Kirchseeon - Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen will die Gemeinde Kirchseeon: Schule erweitern und energetisch sanieren plus Platz schaffen für Mittagsbetreuung und Perchtenstiftung. Der Plan ist gelungen. Aber das Projekt hat seinen Preis.

Beschlossen ist noch nichts. Doch die Kirchseeoner Gemeinderäte waren in der jüngsten Sitzung von den erstmals vorgestellten Plänen durchaus angetan. Zentraler Punkt ist nach den Vorschlägen von Bauamtsleiter Christian Rey ein zusätzliches Geschoss auf dem bestehenden Langbau der Grund- und Mitteschule in Kirchseeon. Damit wäre das Problem des in die Jahre gekommenen Daches gelöst. „Das ist ziemlich schlecht“, so Bürgermeister Udo Ockel (CSU) in der Sitzung. Gleichzeitig könnte auch die Fassade des betroffenen Gebäudteils energetisch saniert werden. Da dieser Langbau aus zwei unterschiedlich breiten Teilen besteht, also quasi eine Lücke aufweist, soll eine Säulenreihe auf der Hofseite das neue Geschoss tragen und von unten stützen.

In der zusätzlichen Etage mit rund 800 Quadratmetern wären wohl sechs Räume mit unterschiedlicher Größe möglich. Zudem soll die Schule eine größere Aula mit rund 320 Quadratmetern erhalten, um Veranstaltungen durchführen zu können. „Das wäre ein Aufwertung“, so Ockel. Bisher müsse laut Bürgermeister in den Pfarrsaal beziehungsweise die ATSV-Halle ausgewichen werden. Vorgesehen ist zudem ein Aufzug. Damit wird die Schule barrierefrei. Geschätzte Kosten für das Gesamtprojekt: 2,5 Millionen Euro.

Hintergrund: Auslöser für die Erweiterungspläne war ursprünglich der Wunsch der Perchtenstiftung nach Räumen. Diese sollten im ausgebauten Dach der Schule entstehen (wir berichteten). Doch dann meldete die Schule selbst dringenden Raumbedarf an. Dafür ist nun die neue Etage vorgesehen. Die Situation könnte sich noch verschärfen, wenn ein Ganztageszug eingeführt wird. Dafür wären dann beispielsweise eine Mensa notwendig, weitere Räume für Zusatzangebote oder Arbeitsplätze für Lehrer.

Damit die Perchtenstiftung nicht leer ausgeht, soll sie nun ein Geschoss plus das Dach im Gebäudetrakt an der Bundesstraße erhalten. Dieser wird noch nicht saniert. Möglich ist jedoch, auch hier das Dach anzuheben, um weiteren Raum zu schaffen. Doch das ist Zukunftsmusik.

Unterhalb des Perchtenstiftung könnte auf zwei Etagen die Mittagsbetreuung Räume finden. Denn auch dieses Angebot der Nachbarschaftshilfe leidet unter Platzproblemen. „Die Buchungen sprengen jeden Rahmen“, so der Bürgermeister. Das zweite Schulhaus der Gemeinde in Eglharting sei bis unter das Dach voll. „In Kirchseeon ist es das gleiche Spiel.“ Das sehen die Gemeinderäte bei jeder Sitzung. Denn der Sitzungssaal wird tagsüber von der Mittagsbetreuung genutzt, die Räte tagen abends zwischen Spielzeug. Nun soll die Planung verfeinert werden. Ein weiteres Problem ist dabei noch zu lösen. Wo werden die mit der Erweiterung zusätzlich notwendigen Parkplätze untergebracht?

(lan)

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