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Paul Breitners Ärger ist Stein des Anstoßes.

Die große User-Diskussion

Breitners Hecke: Darf man eine Thuja pflanzen?

München/Oberpframmern - Darf man eine Thujenhecke einfach so in den Garten pflanzen – oder nicht? In Oberpframmern streiten sie darüber gerade heftig. Und auch die User auf merkur-online debattieren über die Problemthuja.

Kaum ein Thema hat die Gemüter der Merkur-User bisher so erhitzt wie Breitners Thujenhecke. In über 180 Kommentaren haben sich Leser bisher über das Für und Wider ausgetauscht.

Laut Bebauungsplan unzulässig

Theo Rottmayer ist Bürgermeister von Oberpframmern im Kreis Ebersberg und hat persönlich eigentlich nichts gegen Thujen. Sagt er. Aber: Am Bebauungsplan der Gemeinde kommt man eben nicht vorbei. Auch ein Paul Breitner nicht. Fußballweltmeister hin oder her.

In Oberpframmern ist ein Streit um eine Hecke entbrannt, die Fußballlegende Breitner auf seinem Grundstück gepflanzt hat. Eine Thujenhecke. Die Gemeinde will, dass Breitner die Hecke entfernt, weil sie laut Bebauungsplan unzulässig ist.

Es ist ein Streit, den sie beim Bayerischen Gemeindetag in München gut kennen. Franz Dirnberger arbeitet dort als Experte für die bayerische Bauordnung, er hat darüber etliche juristische Kommentare verfasst. Dirnberger sagt: „Im Prinzip kann eine Gemeinde festlegen, welche Pflanze gesetzt werden darf, wo sie gesetzt werden darf, in welcher Dichte und wie sie gepflegt werden muss. Auch wenn man sie von außen gar nicht sehen kann.“ Das gleiche gelte für Pflastersteine in der Einfahrt oder für die Farbe des Hausdachs. So ist das Gesetz.

Bedingung: Die Regeln müssen vorher im Bebauungsplan der jeweiligen Gemeinde festgeschrieben sein. „Die Thuja ist in diesem Fall der klassische Zankapfel“, sagt Dirnberger. Seit den 1970ern verbreitet sich das früher als Friedhofspflanze abgestempelte Gewächs in den Vorgärten der Menschen, ziert ihre Zäune, hält neugierige Nachbarn auf Distanz. Auch im Winter bietet die immergrüne Thuja Schutz vor Blicken.

Giftige Wirkung der Pflanze

Ein Grund, warum diese Hecke in vielen Gemeinden eine Pflanze non grata ist, liegt an ihrer möglicherweise giftigen Wirkung. Einige Thujenarten können nach Verzehr zu unerfreulichen Magen-Darm-Reaktionen führen. Bei manchen Menschen kann dagegen schon die bloße Berührung einiger Pflanzenteile allergische Reaktionen auslösen. Es gibt aber auch Thujen-Freunde, die sagen, sie sei eigentlich nicht giftig, wenn man sich aus ihren Blättern nicht gleich ein Süppchen kocht. Walter Bösel zum Beispiel. Der 75-Jährige war 50 Jahre lang Chef einer Baumschule in München, um die sich mittlerweile sein Sohn kümmert. Bösel sagt: „Da hat es nie etwas gegeben.“ Gut, man könnte jetzt denken, wieso sollte Bösel über Thujen schimpfen, wenn er sie doch selber verkauft. Aber Bösel verweist auf die Beliebtheit der Pflanze bei den Kunden. Nach wie vor werden die Hecken nachgefragt. Bösel weiß auch warum: „Sie sind äußerst pflegeleicht, es gibt Sorten, die müssen nur alle zwei Jahre geschnitten werden. Und sie brauchen nicht viel Wasser.“

Die Bedenken, die viele Gemeinden in Thujen-Verboten zum Ausdruck bringen, haben aber auch noch einen zweiten Grund. Einen ästhetischen. Walter Schön, Bauamtsleiter in Rottach-Egern, erklärt das so. „Viele finden es greislig, wenn die Hecken überall sind.“ Er sagt, seit 1983 gelte in Rottach-Egern eine Gestaltungssatzung, die reine Thujen- und Fichtenhecken für unzulässig erklärt. Mischen die Bürger aber Thujen und Fichten mit ein bisserl Kirschlorbeer, sieht die Welt schon wieder anders aus. Thujenhecken, die vor 1983 gepflanzt wurden, dürfen aber selbstverständlich bleiben. Bestandsschutz.

Wie die Geschichte in Oberpframmern ausgehen wird, ist bislang ungewiss. Bürgermeister Theo Rottmayer hat jedenfalls Schützenhilfe aus der Gemeinde Weyarn im Kreis Miesbach bekommen. Dort hatten sie vor zehn Jahren exakt den gleichen Fall – Thuja contra Bebauungsplan. Gestritten wurde irgendwann vorm Verwaltungsgericht. Ergebnis: Die Thuja musste weg. Weyarns Bürgermeister Michael Pelzer will seinem Kollegen Rottmayer nun das Urteil schicken. „Revision wurde damals vom Gericht nicht zugelassen. Wegen Aussichtslosigkeit“, sagt Pelzer. Man sei in Weyarn schließlich Teil des ländlichen Raums und nicht etwa Grünwald.

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Patrick Wehner

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