Führungswechsel (v.l.): Franz Kühnel, Hans Zeiss, Felix Vogt-Gruber und Ernst Heidenreich. Foto: sro

Sudetendeutsche: Jetzt sollen Jüngere ran

Landkreis Ebersberg - An der Spitze des Kreisverbandes der Sudetendeutschen Landsmannschaft hat es einen Wechsel gegeben. Der langjährige Vorsitzende Ernst Heidenreich legte sein Amt in die Hände von Hans Zeiss aus Nettelkofen.

Heidenreich leitete die Geschicke des Kreisverbandes sehr erfolgreich seit Anfang 2000, zuerst als Geschäftführer und kommissarischer Vorsitzender, bis er schließlich als Nachfolger von Arnold Schunda gewählt wurde.

„Wenn wir schon jüngere Mitglieder haben, dann sollen sie auch in die Fußstapfen treten“, sagte Heidenreich bei der Hauptversammlung in Ebersberg nicht ganz ohne Ironie, denn mit jüngeren Mitgliedern meinte er welche, die noch die sechs vorne stehen haben.

Heidenreich selbst würde bei einer weiteren Periode bis Ende 70 im Amt bleiben, was ihm selbst zu lange erschien. „Man weiß ja nicht, was kommt“, meinte er.

Zur Verabschiedung nahm der stellvertretende Landesvorsitzende Felix Vogt-Gruber an der Versammlung teil und würdigte dabei die Leistungen des scheidenden Vorsitzenden, der sich viele Jahre in den Dienst der Landsmannschaft gestellt habe. Auf seine Initiative hin sei eine jährliche Busreise ins Sudetenland unternommen worden. Er habe im Landkreis den Gedenktag zum 4. März 1919 eingeführt und geschichtliche Fakten auch in der von ihm herausgegebenen „Ebersberger Sudetenpost“ aufgearbeitet.

Die Busfahrt will Heidenreich übrigens auch in seinem endgültigen „Ruhestand“ weiter begleiten, ebenso wie er beim Vatertag und beim Muttertag das gemütliche Beisammensein der Sudetendeutschen Landsmannschaft weiter mitgestalten will.

Die verschiedenen Ortsgruppen erfuhren vielfältige Unterstützung durch ihn und beim Tag der Heimat organisierte er eine Zusammenarbeit mit den Siebenbürger Sachsen und den Schlesiern. Heidenreich gelang es immer, seine Veranstaltungen als Mahnungen zu präsentieren, ohne aber moralisierend zu wirken. „Gekonnte Begrüßungen und gute Reden sind sein Markenzeichen, fundiertes Geschichtswissen fließt dezent und geschickt ein“, meinte Vogt-Gruber deswegen auch anerkennend. Er schloss seine Laudatio mit den Worten: „Lieber Landsmann, ich gratuliere Ihnen im Namen unserer Heimat, im Namen des Landesvorstandes und all derer, denen sie beigestanden sind, zu dem überaus reichen Ertrag ihrer Arbeit.“

In Anerkennung der großen Verdienste wurde Ernst Heidenreich die Logman von Auen-Medaille verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen, die die Volksgruppe vergibt. Außerdem überreichte der stellvertretende Landesvorsitzende einen Blumenstrauß verbunden mit einem Wort von Seneca: Niemand liebt sein Vaterland, weil es groß ist, sondern weil es das Seinige ist.“

Heidenreichs Nachfolger stammt aus Karlsbad, ist damit ein gebürtiger Egerländer, wohnt aber sei Anfang der 60er Jahre schon in Nettelkofen im Landkreis Ebersberg, der seine zweite Heimat wurde.

Von Michael Seeholzer

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