Studie Taschendiebstahl

Taschendiebstähle nehmen bundesweit zu: Wie schaut es im Landkreis Ebersberg aus?

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Eine neue Studie schlägt Alarm: Taschendiebstähle in Deutschland steigen an. Nur die wenigsten Delikte werden aufgeklärt. Der Landkreis hingegen ist anders.

Die Online-Plattform shopping.de untersuchte in einer Studie 402 Städte und Kreise in Deutschland. Darin heißt es, dass die verzeichneten Straftaten von Taschendiebstahl seit 2012 jährlich um 12 000 Delikte ansteigt. Nur zehn Prozent der Delikte werden überhaupt bei der Polizei angezeigt.

In der Studie kommt auch der Landkreis Ebersberg vor. Die Region landet auf Platz 342 (von 402) und gilt als „relativ sicher“. Mit 20 Diebstählen 2016 liegt der Kreis 84 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Lediglich fünf Prozent der Straftaten konnte die Polizei aufklären. Als Tatverdächtige werden in allen Fällen „Nichtdeutsche“ angegeben, also Personen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben.

Polizeibehörden als Quellen

Als Quelle gibt das Onlineportal Daten der zuständigen Polizeibehörden, der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes an. Die Studie geht davon aus, dass Deutschland „besonders seit Öffnung des Schengenraumes nach Osteuropa, mit anhaltend hohen Taschendiebstahlquoten“ zu kämpfen hat. Oft steckt „Organisierte Kriminalität“ dahinter. Diese betreffe nicht nur Großstädte, die als Spitzenreiter in der Statistik genannt werden. Allen voran gelten Düsseldorf auf Platz eins und dahinter Berlin und Hamburg als gefährlichste Städte. In Berlin hat es laut Studie im letzten Jahr 44 722 Diebstähle gegeben, 5,3 Prozent sind aufgeklärt worden, 90,7 Prozent der Tatverdächtigen hatten keinen deutschen Pass. Düsseldorf liegt mit 8041 Diebstählen 1349 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Zu wenig öffentliche Wahrnehmung

Im Landkreis Ebersberg sind die klassischen Taschendiebstähle, also Diebstähle aus Taschen und Jacken die Personen tragen, kein großes Thema und in den letzten Jahren nicht schlimmer geworden, wie die Polizeiinspektionen in Poing und Ebersberg mitteilen. Eine Bandenkriminalität sei hier nicht erkennbar, sagt Poings Polizeichef Helmut Hintereder. Laut Kriminalstatistik sind die Diebstähle im Einsatzgebiet der Polizei Ebersberg im letzten Jahr um vier Delikte gesunken. Anders der Trend auf Bundesebene. Die Plattform shopping.de teilt mit, dass in den letzten 30 Jahren die Diebstahlquote um 528 angestiegen ist. Weil die Delikte „öffentlich zu wenig wahrgenommen werden“, werde seit Jahren eine Studie erstellt.

Problem: Wohnungseinbrüche

Anders als bei den Taschendiebstählen kämpft der Landkreis mit Wohnungseinbrüchen. Mehr dazu hier. 

Rubriklistenbild: © dpa

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