Tempo 30 am Ortseingang von Oberpframmern. Eine Begrenzung, die Egmating auch gerne hätte. Foto: sro

Tempo 30: Egmating will das auch

Egmating - Die Egmatinger sind sauer, wohl auch ein bisschen neidisch, auf jeden Fall aber besorgt. Neidisch sind sie ein wenig auf die Oberpframmerner, denn die haben etwas, was die Egmatinger auch gerne hätten: eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer im Ort.

Bei beiden Straßen handelt es sich um eine Staatsstraße, zuständig für Geschwindigkeitsbeschränkungen ist deswegen das Landratsamt Ebersberg.

Josef Frombek war es, der das Thema in der Bürgerversammlung im Egmatinger Haus der Gemeinde auf’s Tapet brachte (wir berichteten). „Wann kommt vor der Schule und dem Kindergarten endlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30?“, rief er in die Runde. „Muss denn erst ein Kind totgefahren werden?“ Es sei ihm unbegreiflich, dass die Nachbargemeinde Oberpframmern über eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung verfüge - an einer Stelle, an der gar keine Schule sei. Noch dazu einseitig. „Wenn man von Egmating nach Oberpframmern hineinfährt, ist Tempo 30, wenn man die Strecke in die andere Richtung fährt, dann darf man 50 fahren“, sagte er. Das könne es doch wohl nicht sein.

Fakt ist in der Tat: Unmittelbar nach dem Ortsschild steht in Oberpframmern das erste 30er-Schild, gut 30 Meter weiter das zweite. Im Ort befindet sich dann ein Lotsenübergang, hinter dem das dritte Schild steht. Andere Seite? Fehlanzeige!

Hermann Ziegler bestätigt diese Wahrnehmung. „Es stimmt, in Oberpframmern stehen diese 30er-Schilder nur auf einer Seite“, sagt der stellvertretende Leiter des Sachgebiets Öffentliche Sicherheit im Landratsamt Ebersberg. „Das ist zwar sehr selten, aber es ist möglich.“ Dies hänge damit zusammen, dass man über eine Kuppe in den Ort hineinfahre und der Lotsenübergang deswegen nicht so gut zu erkennen sei.

Bedeutet im Umkehrschluss: Die Egmatinger hätten eine Chance auf eine 30er-Begrenzung, wenn sie einen Lotsenübergang hätten? Ziegler will sich da nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen. „Könnte sein, da muss man sich aber die Gegebenheiten vor Ort ansehen“, betont er. „Wenn bei einer Gemeinde die Bereitschaft da ist, einen Lotsenübergang einzurichten, machen wir das. Denn so ein Übergang ist auf jeden Fall das Sicherste vor einer Schule“, fügt Ziegler an. Und weiter: „Ein Lotsenübergang, der nicht mehr belotst wird, wird wieder abgebaut.“

Ob so ein Übergang überhaupt viel Sinn hätte, daran zweifelt Josef Frombek indes. Regelmäßig bringt er seine Enkelkinder in die Schule und in den Kindergarten. „Der Schulbus aus Oberpframmern hält ja direkt vor der Schule, da braucht’s nicht extra einen Überweg, aber Tempo 30“, meint er. Es sei sehr gefährlich, wenn die Kinder zum Beispiel um den Bus herumlaufen würden.

„Wir haben im vergangenen Jahr mal versucht, Freiwillige für so einen Lotsenübergang zu finden. Es hat sich aber niemand gemeldet“, so Bürgermeister Ernst Eberherr (CSU). Durch den Umbau der Parkbucht für den Schulbus, sei die Situation vor der Schule schon etwas entspannter, denn: „Der Bus hält jetzt so, dass er die Straße versperrt und er nicht überholt werden kann.“ Es sei einfach schwierig hier noch mehr zu machen, da es sich um eine Staatsstraße handle, wiederholte Eberherr seine Aussage von der Bürgerversammlung. Und weiter: „Man hat auch eine gewisse Eigenverantwortung als Bürger.“

Von Tanja Beetz

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