Thomas Huber übernimmt das CSU-Zepter

Ebersberg - Der Grafinger Landtagsabgeordnete (42) wird zum neuen Parteichef gewählt und ruft die „Kampagne 2016“ aus.

Die CSU im Landkreis Ebersberg hat einen neuen Vorsitzenden. Thomas Huber, Landtagsabgeordneter aus Grafing, wurde am Samstag bei der Kreisdelegiertenversammlung in Ebersberg mit 94,5 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Angelika Niebler (Vaterstetten) gewält. Die 53-jährige Europaabgeordnete, die der CSU-Gruppe im europäischen Parlament vorsteht, hatte aus Zeitgründen nicht mehr kandidiert (wir berichteten).

In seiner Rede forderte der 42-jährige Huber seine Partei auf, sich stärker für die Jugend zu öffnen. „Wir müssen frühzeitig geeignete junge Frauen und Männer ansprechen und sie für ein kommunalpolitisches Engagement gewinnen“, sagte er. Derzeit habe der Kreisverband rund 1800 Mitglieder, deren Altersdurchschnitt liege bei 57,8 Jahren. Es gelte, die Mitgliederbasis der CSU „insgesamt zu vebreitern, indem wir neue Mitglieder gewinnen“, postulierte Huber, der seine Partei als „Mitmachpartei“ sieht. Der Grafinger rief die „Kampagnge 2016“ aus. Sein Ziel sei es, „im Jahr 2016 auch 2016 Mitglieder zu haben“.

Huber kündigte an, das Know-how der CSU-Arbeitskreise und Arbeitsgemeinschaften stärker in die Arbeit des Kreisverbands und in die politischen Entscheiundgen einzubinden. Zudem plant er eine offensivere Öffentlichkeitsarbeit. Die Menschen hätten ein Recht darauf zu erfahren, „was wir denken, was wir vorhaben und was wir für den Landkreis und seinen Bürgerinnen und Bürger umsetzen wollen“, sagte er.

Echten Landkreis-Themen widmete Huber in seiner halbstündigen Ansprache nur rund fünf Minuten - und beschränkte sich dabei vor allem auf Ankündigungen. So werde am 11. Mai Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zu einem „Wirtschaftsgespräch“ kommen. Am 25. Juni soll es ein „Pflegegespräch“ mit dem Pflegebauftragten der Staatsregierung“, Hermann Imhof geben. Im Herbst folge eine „Verkehrskonferenz“, bei der es u.a. um die Auswirkungen des Brenner-Basis-Tunnels auf den Landkreis gehen werde, bevor Ministerpräsident Horst Seehofer im nächsten Jahr zum 70. Geburtstag des CSU-Kreisverbands vorbeischauen werde.

Hubers Vorgängerin Angelika Niebler, die den Kreisverband vier Jahre lang führte, hatte zuvor eine positive Bilanz ihrer Arbeit gezogen. Der Landkreis solle „lebens- und liebenswert und die CSU stärkste Kraft bleiben“, habe sie 2011 als Ziel ausgegeben. „Beides ist uns gelungen“, sagte Niebler vor den rund 200 Delegierten. „Die Partei steht gut im Saft“, der Generationswechsel sei hervorragend gemeistert worden, sagte sie mit Blick auf Landrat Robert Niedergesäß, Landtagsabgeordneten Thomas Huber und Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, die unter ihrer Ägide in ihre Ämter gewählt worden seien. Der Kreisverband, so Niebler zum Abschluss, sei ihre politische Heimat und werde es auch in Zukunft bleiben. Die Delegierten dankten Niebler für ihre Arbeit mit fast einminütigen stehenden Ovationen.

Zu stellvertretenden Parteivorsitzenden wurden bei der Kreisdelegiertenkonfernz der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz, Landrat Robert Niedergesäß (neu), Kirchseeons Vize-Bürgermeisterin Barbara Burgmayr-Weigt und die Poinger Gemeinderätin Eva Saam (neu) gewählt.

Michael Acker

Einen Kommentar zur Kreisdelegiertenkonferenz der CSU finden Sie in der Montagsausgabe der Ebersberger Zeitung.

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