Rinder stehen im Schlamm bzw. Kot. Laut Landratsamt Ebersberg handelt es sich hier um ein älteres Bild. Die Zustände in Hörmannsdorf hätten sich gebessert. Foto: PETA

"Situation spitzt sich zu"

Tierquälerei: PETA wirft Landratsamt Untätigkeit vor

  • schließen

Ebersberg/Grafing - Dem Landratsamt Ebersberg sind die Zustände auf dem verwahrlosten Grundstück in Hörmannsdorf (Ebersberg) seit Jahren bekannt. Ziegen, Rinder, Esel, Pferde, Hunde und Katzen werden hier unter katastrophalen Bedingungen gehalten.

Das Veterinäramt kontrolliert „engmaschig“, so Abteilungsleiterin Lilli Wust am Dienstag auf Anfrage der EZ. Doch offensichtlich passiert nichts. Die Tierschutzorganisation PETA hat jetzt Strafanzeige gegen die Tierhalter, ein in Trennung lebendes Paar, gestellt.

Ein Sprecher von PETA: „Durch die Zerrüttung der Ehe spitzte sich die Situation für die Tiere dramatisch zu: Während die Huftiere bei dem Mann verblieben, die aufgrund eines Hausverbots nicht mehr von der Frau versorgt werden können, haust die Halterin nun gemeinsam mit etwa 18 Hunden in zwei Wohnwagen auf einem Bauernhof in Grafing.“

Dass die Veterinärbehörde mittlerweile einige Hunde beschlagnahmte, bestätigte Lilli Wust vom Landratsamt. Es seien „zahlreiche Anordnungen“ erlassen worden, es gebe auch gerichtliche Verfahrin „in dieser Sache“.

„Die Bedingungen für die Tiere sind untragbar“, so Kathrin Eva Schmid, „Recherche-Koordinatorin“ bei PETA. „Die Rinder versinken regelrecht im Dreck, was Krankheiten an Haut und Hufen auslöst. Die Behörden müssen hier schnellstmöglich aktiv werden.“

Das Bildmaterial, das PETA vorliegt, belege die katastrophalen Lebensbedingungen der Tiere auf dem verwahrlosten Grundstück, das zahlreiche Verletzungsmöglichkeiten birgt. PETA-Sprecher Bartek Langer: „Die Hunde, einige von ihnen sind ungepflegt und krank, werden ohne Tageslicht in Zwingern gehalten, was einen Verstoß gegen die Tierschutz-Hundeverordnung darstellt. Während die Rinder in Dreck und Kot versinken, plagen sich einige der Pferde mit Geschwüren und anderen Krankheiten herum.“

In der Strafanzeige von PETA, die der Ebersberger Zeitung vorliegt heißt es: „Die Angeschuldigten sind dem örtlichen Veterinäramt Ebersberg, welches sich bislang weigerte, außer der Sicherstellung einiger Hunde wirklich durchgreifende Massnahmen gem. § 16a TierSchG vorzunehmen, bekannt (...) Die beiden Angeschuldigten, vor allem die Angeschuldigte (...), hält mehrere Pferde, Rinder und Hunde in tierquälerischer Weise.“

Michael Acker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Warum Sie am Sonntag wählen sollten, wenn Sie keinen Thunfisch mögen
Unser Kolumnist mag keinen Thunfisch auf der Pizza. Deshalb gibt er am Sonntag bei der Bundestagswahl seine Stimme ab. Was es damit auf sich hat. 
Warum Sie am Sonntag wählen sollten, wenn Sie keinen Thunfisch mögen
Bürocampus mit bis zu 600 Arbeitsplätzen
Auf dem Besucherparkplatz von Océ an der Gruber Straße wird ein Bürocampus mit Boarding-House entstehen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2020 geplant. Die Investoren …
Bürocampus mit bis zu 600 Arbeitsplätzen
Zorneding: Das Runde muss durchs Runde
„Das macht richtig Spaß“, freut sich Niclas (11). „Aber manche Bahnen sind schon schwer.“ Wie beispielsweise die mit dem gemauerten Brunnen, in den der Fußball gelupft …
Zorneding: Das Runde muss durchs Runde
Mehr Auslauf am Schlittenberg
Im Bergfeldpark, nahe des Monopteros‘, wird derzeit das Biotop verkleinert. Damit im Winter die Schlittenfahrer dort mehr Auslauf haben. 
Mehr Auslauf am Schlittenberg

Kommentare