Das Obergeschoss des Grandauergebäudes am Grafinger Marktplatz ist als neue Heimat für die VHS im Gespräch. Foto: Sro

Träumereien am ehemaligen Sudhaus

Grafing - Konzerte im abgesenkten Innenhof, ein großer Saal, ausreichend Räume für VHS und Musikschule, viele Parkplätze in unmittelbarer Nähe und das alle in zentraler Lage. Zukunftsmusik? Ja, aber mit Hintergrund.

Adnan Krikor, Chef des Bauträgers K-Team, bestätigte am Montag auf Anfrage der Ebersberger Zeitung, dass es ein Gespräch mit Vertretern der Stadtverwaltung sowie der Musik- und Volkshochschule gegeben habe, das die Zukunft der beiden Bildungseinrichtungen in der Bärenstadt zum Thema hatte.

„Zunächst ging es dabei nur um den Saal“, der sich im Obergeschoss des alten Grandauergebäudes am Marktplatz befindet, berichtet Krikor. Dieser Saal war ohnehin als Veranstaltungsort geplant. „Alles mit Fahrstuhl erschließbar“, so der Bauträger.

Im Verlaufe der Unterredung sei jedoch die Idee entwickelt worden, Volkshoch- und Musikschule in einem neuen Gebäude zu beheimaten, das dort entstehen könnte, wo früher das alte Sudhaus stand. „Da haben alle angefangen zu träumen“, berichtet Krikor von den Möglichkeiten, die dieser Standort seiner Meinung nah böte.

„Das benötigte Raumprogramm würden wir unterbringen“, hat Krikor ausgerechnet, nannte aber keine weiteren Details. Die Zusammenkunft muss aber nicht hoffnungslos verlaufen sein. „Am 3. Februar findet nochmal ein Gespräch statt“, kündigte der Grafinger Bauträger an.

Momentan sind Musikschüler und VHS-Besucher über zahlreiche Räume in ganz Grafing verteilt. „Vielleicht kann man ja aus etwas Schlechtem etwas ganz besonders Gutes machen“, ist Krikor optimistisch. Seiner Meinung nach gehe es auch darum, die Abwanderung der Bildungseinrichtung in eine andere Kommune zu verhindern. „Am Marktplatz ist alles so zentral, da können die Kinder mit dem Fahrrad hinfahren.“

Für den Bauträger hat die VHS- und Musikschullösung auch aus einem anderen Grunde Charme. Denn bei der derzeitigen Wirtschaftslage ist nicht selbstverständlich, dass sich sofort Interessenten für eine konventionelle Ladennutzung finden.

Eine zweite Alternative bietet das ehemalige Autohaus Lentner im Nordwesten der Stadt. 1450 Quadratmeter Fläche, verteilt auf drei Einheiten, könnten Volkshochschule und Musikschule im Gebäude belegen. „Das müsste natürlich umgebaut werden“, so Eigentümer Fritz Grill, Chef der Grillgruppe.

Im Gebäude ist unter anderem ein Autohaus untergebracht. Ein Teil der Räume steht aber nach der Umgestaltung noch leer. Großer Vorteil des Standortes: Ausreichend Parkplätze in unmittelbarer Nähe sowie eine gute verkehrliche Erschließung.

Bisher habe es noch keine konkreten Gespräche gegeben, so Grill. „Nur ein Grafinger Stadtrat hat mal bei mir nachgefragt.“ Einer Belegung der Räume durch die VHS steht Grill grundsätzlich positiv gegenüber. „Man muss aber schauen, ob es passt und ob wir uns einigen können.“

In die Diskussion gebracht hat den Standort die Grafinger CSU (wir berichteten bereits). Die Christsozialen kennen sich dort aus, schließlich hatten sie doch während des vergangenen Kommunalwahlkampfes ihr Büro im Lentner-Gebäude.

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