Grüß Gott: Altlandrat Hermann Beham, zusammen mit seinem Nachfolger Hans Vollhardt (re.) und dessen Nachfolger Gottlieb Fauth (alle CSU) im Senioren-Wohnheim. Foto: sro

Trauer um den "Vordenker" des Landkreises Ebersberg

Ebersberg - Der Landkreis Ebersberg trauert um seinen Altlandrat Hermann Beham. Er starb nach langer Krankheit im 77. Lebensjahr.

Beham war seit längerer Zeit an den Rollstuhl gefesselt, nahm aber immer noch regen Anteil am politischen Geschehen des Landkreises Ebersberg, dessen Landrat er von 1978 bis zum Jahr 1994 war. Dann zwang ihn eine Multiple Sklerose zur Aufgabe seines Amtes, das er gerne und mit Engagement erfüllte.

Beham war bei CSU-Parteifreunden und politischen Gegnern gleichermaßen für seine überaus korrekte Haltung anerkannt, die ein Beispiel belegen mag: Wenn zur Weihnachtszeit Päckchen das Büro des Landrats erreichten, in denen sich kleine Aufmerksamkeiten oder auch eine Flasche Wein befanden, ließ der Landrat die Pakete öffnen und las die darin befindlichen Grußkarten. Dann wies er seine Sekretärin an, sich in einer persönlichen Grußadresse herzlich zu bedanken - und schickte die Pakete alle wieder zurück.

Beham stammte aus einer Lehrerfamilie. Seine Kindheit verbrachte er in Neuburg an der Donau, wo sein Vater unterrichtete. Dann zog die Familie in den Landkreis Ebersberg nach Lorenzenberg, wo Behams Mutter bald als Gemeindeschreiberin arbeitete. Wenn man so will, waren das die ersten Kontakte zur Kommunalpolitik, weil der junge Schüler, der das Gymnasium in Schäftlarn besuchte, seiner Mama beim Verfassen der Protokolle behilflich war.

Beham wollte eigentlich Lehrer werden, aber im Leben des Altlandrates gab es überraschende Wendungen, nicht zuletzt die der verlorenen Bürgermeisterwahl in Grafing, die ihn schließlich in die Funktion des Chefs der Kreisbehörde führten.

Hermann Beham trat 1966 in die CSU ein. Im gleichen Jahr wurde er in den Kreistag gewählt, dem er bis 1978 angehörte. Von 1972 bis 1978 war er Stellvertretender Landrat, von 1978 bis 1994 Landrat. Beruflich war er von 1971 bis 1978 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag tätig.

Dass die Heimat etwas ist, das es manchmal auch gegen Widerstände zu erhalten gilt, war wohl der rote Faden, der sich durch das politische Wirken des Altlandrates zog, dem nicht nur deswegen öffentlich der Titel des „Vordenkers“ zuteil wurde. Eine Auszeichnung, die ihm sichtlich gefiel. Beham rief den Heimatkundlichen Wettbewerb ins Leben, der auch heute noch alljährlich Schulklassen zur Teilnahme aufruft. Unter Behams Führung wuchs auch das Gewicht der Unteren Naturschutzbehörde, die anfangs großen Widerständen ausgesetzt war. „Wenn man euch nicht gefürchtet hätte, dann hätten wir etwas falsch gemacht“, sagte Beham in diesem Zusammenhang einmal.

Das Requiem findet am Samstag, 8. Dezember, um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche Grafing statt. Anschließend ist Beerdigung am Waldfriedhof.

Michael Seeholzer

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