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60 Überraschungsfahrten, 60-mal dabei

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Runder Geburtstag: Die Überraschungsfahrten für Poinger Senioren gibt es seit zehn Jahren, Hedwig Schäfer (vorne re.) war bei allen Fahrten – insgesamt 60 – dabei.  Foto: privat
Runder Geburtstag: Die Überraschungsfahrten für Poinger Senioren gibt es seit zehn Jahren, Hedwig Schäfer (vorne re.) war bei allen Fahrten – insgesamt 60 – dabei. Foto: privat

Poing - Hedwig Schäfer aus Poing feiert zehnten Geburtstag, obwohl sie Jahrgang 1923 ist. Wie das möglich ist:

Sie ist die einzige, die an allen Fahrten teilgenommen hat: Hedwig Schäfer. Die 88-Jährige, die in Wattenscheid im Ruhrgebiet geboren ist und seit 26 Jahren in Poing lebt, hat die erste "Überraschungsfahrt für Poinger Senioren" ebenso mitgemacht wie die zweite, die dritte, die vierte, die fünfte . . . bis hin zur 60. Fahrt, die vor Kurzem in die Oberpfalz, nach Berching, führte.

Fünf- bzw. sechsmal pro Jahr bietet Helmut Ganslmaier die Fahrt ins Blaue an. Das Ziel wird erst nach der Abfahrt im Bus bekanntgegeben, die Fahrten sind stets binnen Minuten ausgebucht. „Anfangs habe ich immer den Fernseher eingeschaltet gehabt, um genau die Uhrzeit zu wissen. Denn um punkt 8 Uhr beginnt die Anmeldung", erzählt Hedwig Schäfer. Eigentlich zu früh für die 88-Jährige, "denn ich bin ein Langschläfer", wie sie schmunzelnd zugibt. Seit geraumer Zeit hat eine Freundin die Anmeldung übernommen - Schäfer kann jetzt beruhigt zu Bett gehen.

Als er vor etwa zehn Jahren in den Ruhestand gegangen ist, wollte Helmut Ganslmaier den Menschen in Poing, wo er schon seit vielen Jahren lebt, was Gutes tun. Durch seine geschäftlichen Kontakte kam ihm die Idee, Seniorenfahrten zu bekannten und weniger bekannten Zielen zu organisieren. Die Kriterien: Die Busfahrt darf nicht allzu lange dauern, die Teilnahmekosten müssen erschwinglich sein. Beides erfüllt Ganslmaier seit nunmehr zehn Jahren; 2001 stand die erste Fahrt auf dem Programm, am 25. August die sechzigste.

"Ich bin Herrn und Frau Ganslmaier sehr dankbar für das, was sie für die Senioren tun", sagt Hedwig Schäfer. "Die Überraschungsfahrten sind eine schöne Freude im Leben." Nach jeder Fahrt telefoniert sie mit ihren Verwandten im Ruhrgebiet und schwärmt von den Ausflügen. Gemeinsam mit den Ganslmaiers und den restlichen Teilnehmern der 60. Fahrt hat Schäfer nicht nur dieses Jubiläum, sondern auch den zehnten Geburtstag der Überraschungsfahrten gefeiert. "Ich hoffe, dass Herr und Frau Ganslmaier diese Fahrten noch lange anbieten, denn dieses Angebot ist einmalig."

Nicht nur das, sondern auch die Art und Weise, wie sich Helmut und Christl Ganslmaier um ihre Gäste kümmern. "Ich habe ein steifes Bein und bin deshalb noch nie Bus gefahren", erinnert sich Hedwig Schäfer an die ersten Male. Da organisierten die Ganslmaiers flugs im Rathaus einen Schemel, den sie in den Mittelgang des Busses aufstellten, so dass Frau Schäfer ihr Bein drauflegen konnte. "Herr Ganslmaier hat, als ich am Zweifeln war, ob ich mitkommen kann, zu mir gesagt: ,Frau Schäfer, natürlich fahren Sie mit!’" Und das hat sie bislang 60-mal getan.

von Armin Rösl

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