Will seine Zeugen vor Gericht reinwaschen: der ehemalige Stadtrat Josef Emberger prozessiert weiter. Foto: jro

Üble Nachrede: Emberger prozessiert weiter

Grafing - Josef Emberger will es wissen und geht in die nächste Runde: Der frühere Grafinger CSU-Stadtrat hat Berufung in seinem vor dem Ebersberger Amtsgericht verlorenen Prozess wegen angeblich übler Nachrede der ehemaligen CSU-Chefin Susanne Linhardt vor dem Landgericht München II eingelegt. Am Freitag endete die Widerspruchsfrist.

Josef Emberger gibt auf Nachfrage an, er wolle mit einer weiteren Verhandlung in zweiter Instanz nur seine eigenen Zeugen wieder reinwaschen. „Meine Zeugen haben gesagt, sie wollten es nicht hinnehmen, dass sie das Amtsgericht als unglaubwürdig hingestellt hat“, erläutert Emberger seine Motivation. Unter ihnen seien schließlich drei Stadträte und drei Staatsbeamte. „Sie werden damit diskriminiert. Das kann nicht sein“, so Emberger.

Susanne Linhart, den in Ebersberg gewonnenen Prozess im Rücken, reagiert ganz gelassen. „Ich find’ das so was von überflüssig“, kommentiert sie die Nachricht über die von Emberger eingelegte Berufung. „Das ist einfach nur noch nervig.“ Linharts Rechtsanwalt Herwig Eder-Richter ist jedoch, was den weiteren Verlauf der Sache vor Gericht betrifft, ausgesprochen optimistisch. Er sagt: „Das Landgericht wird die Angelegenheit wohl im vereinfachten Verfahren abweisen.“ Es gebe „vermutlich nicht einmal eine neue Beweisaufnahme“. Hieße, dass alles nur schriftlich beziehungsweise nach Aktenlage entschieden wird. „Das Landgericht wird sich nicht den ganzen Zirkus noch einmal antun“, sprich die Zeugen nochmals befragen, meint Eder-Richter. Denn das Urteil von Amtsrichterin Susanne Strubl sei „klar, klarer geht’s gar nicht“. Oder aber, das Gericht in der Münchner Nymphenburger Straße werde einfach feststellen, das die angeblichen Äußerungen Linharts, auch wenn sie gefallen wären, „keine üble Nachrede sind“. Nicht umsonst habe ja Richterin Strubl festgestellt, dass „Politiker nicht immer mit Samthandschuhen angefasst werden müssen“. Dies habe Eder-Richter auch aus dem Urteil von Richterin Strubl herausgelesen.

Von Eberhard Rienth

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