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Im Zuge der Umbauten wird an der Grund- und Mittelschule in Kirchseeon auch der Innenhof umgestaltet. 

Umbau der Grund- und Mittelschule

Kirchseeoner schlucken die nächste Kröte 

Mehrkosten von rund 400 000 Euro werden für den barrierefreien Umbau des Schulhofs in Kirchseeon anfallen. Der Gemeinderat hat sich eine Bedenkzeit gegeben, wird die Kröte aber wohl schlucken.

Kirchseeon – Schon wieder eine Hiobsbotschaft bei der Sanierung und Erweiterung der Kirchseeoner Grund- und Mittelschule: Der neue Innenhof wird um knapp 400 000 Euro teurer als die bisherige Planungsvariante – dafür soll aber alles barrierefrei werden.

Im Sommer vergangenen Jahres sprach Bürgermeister Udo Ockel (CSU) von „Schocking“, als die veranschlagten Baumeisterkosten aus dem Ruder zu laufen drohten. Von dem befürchteten ungeplanten Plus von 300 000 Euro blieben schließlich noch 114 000 Euro übrig. Die ließ die veranschlagten Gesamtkosten auf fast sieben Millionen Euro klettern.

Jetzt sollen nochmals 395 000 Euro plus 25 Prozent Honorare und Nebenkosten, also 493 750 Euro obendrauf kommen, was ein Saldo von rund 7,5 Millionen Euro ergeben würde.

So wird es wohl auch kommen. Doch waren insbesondere die Gemeinderäte der SPD bei der Sitzung des Gremiums so sehr erschreckt, dass sich der Marktgemeinderat einstimmig eine Denkpause bis zur nächsten Sitzung in drei Wochen ausbedungen hat. Da wird man dann wohl doch zustimmen, so wie im vergangenen Sommer. „Wenn schon, denn schon“, so lautete damals das Argument. Und dafür scheint auch diesmal schon der Boden bereitet. CSU-Fraktionssprecher Siegfried Seidinger formulierte: „Wenn, dann g‘scheit“. Die frühere 2. Bürgermeisterin Maria Wollny (CSU) erklärte: „Jetzt sind wir eben dabei, also gilt es die Kröte zu schlucken“. Und Natalie Katholing (Grüne) flankierte: „Heutzutage baut man nur noch barrierefrei. Also sollten wir das tun, wenn das möglich ist.“

Diese Option ist auch das Kernstück des von den Landschaftsarchitekten vorgelegten Freiflächengestaltungsentwurfs. Ohne Treppen mit höchstens dreiprozentigem Gefälle oder Steigung wäre vom neuen Innenhof aus der Hauptraum der Mensa, aber zum Beispiel auch die Südseite der Bundesstraße bei der dortigen Unterführung erreichbar. Dazu müssten jedoch zwei, drei Treppenstufen eingespart werden. Notwendig wird dabei aber, die dann zu hoch liegende Leitungen tiefer zu versenken. Berücksichtigt werden muss der Elektroanschluss, die Hofbeleuchtung und der Durchgang zur Unterführung. Das alles schlägt finanziell deutlich zu Buch, was der Bürgermeister diesmal als „Schock-Nachricht zum Verdauen“ bezeichnete.

Klaus Viellechner (Freie Wähler) forderte angesichts der halben Million, die zu finanzieren wäre, vom Bürgermeister einen Blick in die Haushaltsvorbereitungen des noch jungen Jahres. Da müsse doch irgendetwas dazu gesagt werden können.

So weit sei man noch nicht, so die Reaktion von Bürgermeister udo Ockel. „Wir haben noch keinen neuen Haushalt.“ Gleichwohl skizzierte der Rathauschef Möglichkeiten der Finanzierung. Immerhin habe man einen um 1,3 Millionen Euro höheren Zuschuss als erwartet vom Freistaat zugesagt bekommen. Auch bei der Kreisumlage gebe es mit deren anstehenden Senkung einen Puffer im Finanzplan. Und: Beim Thema Schlüsselzuweisungen gehe man von einem Plus von 300 000 Euro aus.

Das alles wird die Gemeinderäte in drei Wochen wohl den Segen zu den Mehrkosten geben lassen. Wobei schon die nächsten Zusatzkosten aufzutauchen scheinen. Es stelllt sich nämlich die Frage: Wie geht die Gemeinde mit dem neuen Innenhof angesichts abendlicher junger Gäste im Sommer um? Die Antwort könnte abschließbare Tore und Zäune heißen. Ein Schreiben von Nachbarn mit der Forderung, den Schulhof für die Öffentlichkeit zu sperren, liegt schon vor. Auch die Schulleitung sei dem nicht abgeneigt, wusste Ockel. Der Gemeinderat wird sich bald mit dem Thema beschäftigen. Von Eberhardt Rienth

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