Gegen die Ostumfahrung protestierende Bürger. Foto: sro

Umfahrung: Im Osten nichts Neues

Grafing - Vor fast einem Jahr haben Grafinger Bürger Klage erhoben gegen den Bau der Ostumfahrung. Seither ist nichts mehr passiert. Dem Vernehmen nach geht es hauptsächlich darum, dass Betroffene ihren Grund nicht abtreten wollen.

„Wahrscheinlich wird im Block verhandelt“, lautete am Donnerstag die Auskunft von Dietmar Wolff vom Verwaltungsgericht München.

Insgesamt sind 16 Klagen anhängig. Die Bürger lassen sich von einem Münchner Rechtsanwalt vertreten. Einen Termin gibt es noch nicht und nach Auskunft des Verwaltungsgerichts gibt es noch nicht mal eine Klagebegründung.

„Unsere Klageerwiderung haben wir bereits am 29. Juli vergangenen Jahres eingereicht“, informiert Bernhard Bauer vom Straßenbauamt Rosenheim. „Ich wäre froh, wenn da Zug in den Kamin kommen würde.“ Bauer ist für die technische Umsetzung des Umgehungsprojektes der Staatsstraße 2080 verantwortlich und wartet selbst auf die gerichtliche Klärung.

Für einige Betroffene ist das Verfahren von existenzieller Bedeutung. „Ich hoffe nicht, dass das so kommt“, sagt zum Beispiel Martin Krapichler. „Ich hab noch Viecher und brauchen den Grund“, meint der Landwirt. „Danach sind das lauter uninteressante Fleckerl und Dreiecke.“

Bräu Max-Josef Schlederer gehört ebenfalls zum Kreis der Kläger. „Wir haben uns 1969 dazu entschlossen, mit unserem Betrieb an den Ortsrand zu gehen, weil wir dort Entwicklungmöglichkeiten sahen. Inzwischen sind wir auf drei Seiten eingegrenzt, und die einzigen Erweiterungsflächen werden durch die Ostumfahrung abgeschnitten.“

Zur Klage berechtigt sind nur unmittelbar betroffene Grundeigentümer. Die Nachbarschaft, die durch die Ostumfahrung möglicherweise beeinträchtigt wird, ist nicht klageberechtigt. Auch die Stadt Grafing hat keinerlei Nachricht, wann das Verfahren weitergeht.

Von Michael Seeholzer

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