Möchtegern-Hehler erwischt

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Vaterstetten - Handwerker klaut für 6500 Euro Maschinen - Sein Bruder verkauft sie und weiß von nichts.

„Das war beide Male ein ganz blöder Zufall. Ich war mit dem Hund spazieren und habe gesehen, dass die Tür zu der Baustelle offen stand. Da bin ich rein, und habe mitgenommen, was ich gesehen habe.“ So erklärte ein Handwerker aus Kirchseeon, weshalb er im Dezember 2013 und im Februar 2014 auf zwei Baustellen in Vaterstetten Maschinen im Wert von 6500 Euro geklaut hatte.

Nun saß er gemeinsam mit seinem Bruder (29) und dessen Trauzeugen (48) am Ebersberger Amtsgericht auf der Anklagebank. Der Vorwurf an die anderen beiden: Sie hätten das gestohlene Werkzeug einem ahnungslosen Käufer weitervermittelt.

Während der Langfinger selbst die Vorwürfe unumwunden eingestand, wollten die anderen beiden von nichts gewusst haben. Ihnen sei nicht klar gewesen, dass es sich um Diebesgut handelte. Der Hauptangeklagte bestätigte, dass er seinen Bruder diesbezüglich angelogen habe. Richterin Vera Hörauf traute dem Braten nicht: „Die Aussagen passen nicht recht zusammen, das hört sich so an, als ob er seinen Bruder raushauen will.“

Am Ende musste Hörauf aber den Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ gelten lassen, da den beiden mutmaßlichen Mittätern keine vorsätzliche Hehlerei nachzuweisen war. Der Langfinger selbst nahm seinen Schuldspruch entspannt zur Kenntnis: Weil er nicht vorbestraft war, verurteilte ihn die Richterin „nur“ zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten. Außerdem muss er den angerichteten Schaden zurückzahlen. Das könnte sich hinziehen, da der Angeklagte bereits Privatinsolvenz angemeldet hat. Seine desaströse Finanzlage erstaunte sogar die eigene Anwältin: „Sie sind ja völlig blank“, schüttelte sie entgeistert den Kopf.

Aufgeflogen war der Diebstahl, als der gutgläubige Käufer eine der Maschinen zur Reparatur bringen wollte. Das Profi-Gerät, das beim Hersteller registriert war, war aber inzwischen als gestohlen gemeldet. Den entscheidenden Fehler beging der Dieb kurz darauf: Er stellte eine Maschine, die er nicht anderweitig an den Mann bringen konnte, auf Ebay ein. Dort entdeckte sie der bestohlene Bauunternehmer und schickte dem Möchtegern-Hehler die Polizei auf den Hals.

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