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Das alte Rathaus in Parsdorf ist für Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) ein „historisches Gebäude auf einem historischen Platz“, er möchte es sanieren. Die Fraktionen von CSU, SPD und FDP sind dagegen für einen Neubau an gleicher Stelle.  

Altes Rathaus in Parsdorf

Die Zeichen stehen auf Abriss

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Die Zeichen stehen auf Abriss. Das ehemalige Parsdorfer Rathaus könnte durch einen Neubau ersetzt werden. Errichtet werden könnten mehrere Wohnungen.

Parsdorf – Abriss und Neubau werden zumindest in einem gemeinsamen Antrag von CSU, SPD und FDP vorgeschlagen. Aus einem besonderen Wohnbauprogramm könnten zudem hohe Zuschüsse winken. Ob diese Zuwendungen tatsächlich in der Höhe fließen, wie erhofft, bezweifelt Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler), der das Haus erhalten will, ohne teure Sanierung. Das Rathaus sei in etwa so gebaut, wie sein Elternhaus. Und das stehe auch noch. Für den Bau günstiger Wohnungen sieht Reitsberger an anderer Stelle in der Gemeinde bessere Voraussetzungen.

Schon einmal hatten sich die Vaterstettener Gemeinderäte mit dem Thema beschäftigt. Ralf Schloemilch vom Bauamt hatte im Juni verschiedene Varianten vorgestellt. Von einer kleinen Sanierungslösung bis zu einem Ersatzbau. Bürgermeister Reitsberger würde im alten Haus am liebsten eine kinderreiche Familie unterbringen, die auf Wohnungssuche ist. Diese Familie würde sich an Renovierungsarbeiten beteiligen, erklärte er.

Die Gemeinderäte waren skeptisch und wollten nach einer „Denkpause“ aussagekräftigere Zahlen und mehr Informationen. Dann liefen Gespräche zwischen CSU, SPD und FDP. Heraus kam ein gemeinsamer Antrag. Zentrale Punkte: Abbruch und Neubau. Dazu soll die Verwaltung ein Konzept unter Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten entwickeln. Wie beim Ersatzbau für die Brennerei in Baldham-Dorf könnten Wohnungen für Kindergarten-Personal entstehen. Der Neubau solle sich gestalterisch an das heutige Erscheinungsbild anlehnen. Eine Lösung müsste es auch für die Betreuungseinrichtung der Nachbarschaftshilfe, den „Kinderpark“ geben, der in dem alten Gebäude untergebracht ist.

„Es besteht schon lange die Sorge, dass Sanierungen deutlich teurer werden, als angenommen“, sagte CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler jetzt im Gemeinderat. Zudem sei es für Gemeinden noch nie so günstig gewesen, Wohnraum zu schaffen. Es gebe 46 Prozent Zuschuss sowie Darlehen zu einem historisch günstigen Zinssatz. Niebler verwies in diesem Zusammenhang auf Projekte auf Kreisebene und Aussagen des Grafinger SPD-Kreisrats Ernst Böhm zur derzeit günstigen Finanzierung.

Die Zuschüsse seien reizvoll, meinte Wolfgang Scherman (Freie Wähler). Die gebe es allerdings ebenfalls, wenn man an anderer Stelle baue. Fördergelder seien auch Steuergelder. „Ich bin für den Erhalt“, betonte Schermann. Das Haus sei ein Schmuckstück. „Man sollte es unter Denkmalschutz stellen.“

Peter Reitsberger (FW) wunderte sich, dass bei den anderen Fraktion die Ortsgeschichte so wenig Gewicht habe. Und Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) sprach von einem „historischen Gebäude auf einem historischen Platz“. Das Umfeld sei auch durch die vielen Baumaßnahmen verkehrlich sowieso stark belastet. Dann käme eine weitere Baustelle hinzu.

Der Bürgermeister verwies auf die günstigeren Wohnungen, die in Nordwest gebaut würden. Auch auf dem Gelände neben der Feuerwehr in Vaterstetten könnten günstige Wohnungen entstehen, die man an junge Feuerwehrler vermieten könne. „Und dort müssen wir nichts abreißen.“

Niebler versuchte es mit einem weiteren Argument und fragte: Wie würde man mit der Immobilie umgehen, wenn sie einem selbst gehört? „Wenn ich das privat entscheiden müsste, würde ich sagen: Neubau.“ Schermann konterte: „Privat kann man nicht mit Kommune vergleichen.“ Niebler: „Wir wollen aber nicht draufzahlen.“

Nun soll zunächst weiter geprüft und geplant werden.

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