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Die Lärmschutzwand an der B304. Rein rechtlich haben die Anwohner keinen Anspruch darauf.

B 304 in Vaterstetten

Bürger kaufen sich Lärmschutzwand

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Vaterstetten - Jetzt also vielleicht doch: Lange wurde in Vaterstetten verhandelt, das Scheitern war schon festgestellt. Nun kaufen Anlieger auf der Südseite der B 304 offenbar jeweils Teile an einem Grundstück, das vor ihren eigenen Häusern liegt.

Im Gespräch war ein Betrag von insgesamt 1000 Euro für rund 660 Quadratmeter. Also eigentlich ein Schnäppchen im teuren Münchner Umland. Das Areal ist jedoch sehr schmal und befindet sich direkt an der Südseite der B 304. Zudem ist es bebaut mit einer maroden Lärmschutzwand. Die hätte die Gemeinde Vaterstetten sanieren oder abreißen müssen. Nun könnten die Anwohner selbst zuständig werden.

Rückblick: Auf der Südseite der Bundesstraße 304 liegt der Ostring. Die Hausnummern 21 bis 37 gehören zur Gemeinde Vaterstetten. Rundherum ist Grasbrunner Flur. Zwischen der Bundesstraße und den Wohnhäusern befindet sich die Lärmschutzwand, 85 Meter lang, gebaut im Jahr 1995. Das Grundstück neben der Bundesstraße gehörte dem Bund. Die Gemeinde Vaterstetten finanzierte den Bau der Wand damals mit, zahlte 20 000 Mark. Den gleichen Betrag steuerten die Anlieger bei. Von der Tankstelle gegenüber kamen 23 000 Mark.#

Seitdem zahlte Vaterstetten jährlich symbolische 100 Euro Pacht an den Eigentümer. Damit war die Kommune aber auch für die Stabilität der Wand zuständig. Diese muss, weil Besitz in öffentlicher Hand, regelmäßig in festgelegten Abständen überprüft werden. Da die Wand aber nun in die Jahre gekommen war, stand die Standfestigkeit in Frage. Einen Neubau lehnte die Gemeinde aus Kostengründen ab. Die Anwohner hätten laut Rathausverwaltung auch gar keinen Anspruch auf diesen Lärmschutz. Es blieben zwei Möglichkeiten: Die Anlieger kaufen das Areal samt der Lärmschutzwand oder die Wand wird abgerissen.

Laut Manfred Weber vom Rathaus haben jetzt bis auf drei Eigentümer alle Anwohner einem Kauf zugestimmt. Die drei offenen Parzellen werden von anderen Anliegern übernommen. Inzwischen hat die Gemeinde auch das Grundstück von Bund erworben und könnte es weiter verkaufen.

Die Kommune hat sich jedoch ein Hintertürchen offen gehalten: Falls der Verkauf nicht abgeschlossen werden kann, nimmt der Bund sein Grundstück wieder zurück. In diesem Fall wird die Wand dann aber sofort abgerissen. Laut Weber gilt in puncto Standfestigkeit der Wand für die Anlieger eine andere Regelung als für die Gemeinde. Während nämlich beispielsweise Kommunen an klare Vorgaben gebunden sind, können Privatleute für „ihre“ Wand individuelle Verträge mit einer Haftpflichtversicherung abschließen, so Weber. Das sei ähnlich wie bei den privaten Lärmschutzwänden, die Hausbesitzer an der Nordseite der B 304 errichtet hätten. Wenn die Lärmschutzwand an der B 304 also in einigen Monaten noch steht, hat sie neue Eigentümer. Falls sie abgerissen wurde, ist das „Schnäppchengeschäft“ geplatz.

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