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Derzeit ist im alten Parsdorfer Rathaus noch der Kinderpark untergebracht. Doch dieser soll raus, weil in dem Gebäude Wohnungen für Erzieher und Altenpfleger errichtet werden sollen. 

Einrichtung soll altes Rathaus verlassen

Auch der Landrat unterschreibt für den Parsdorfer Kinderpark

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Eine Diskussion, so alt wie die Gebietsreform: Für den Hauptort gibt es alles, für die Dörfer rundherum immer weniger. Stimmt das? Heidi Sterff (38) aus Parsdorf nennt ein aktuelles Beispiel für diese Tendenz. Das Schicksal des Kinderparks. Der ist derzeit noch im alten Parsdorfer Rathaus untergebracht – aber nicht mehr lange. Die Tage sind gezählt.

Parsdorf– In der Bürgerversammlung habe sie das erste Mal davon erfahren, berichtet die Mutter der Zwillinge Theresa und Benedikt (2) davon, dass statt einer Kinderbetreuungseinrichtung hier demnächst Wohnungen entstehen sollen. Das bestätigt auch der derzeit amtierende Bürgermeister Martin Wagner und nennt dabei den Personenkreis, für den hier ein Angebot geschaffen werden soll: „Erzieherinnen, Altenpfleger, Feuerwehrleute.“ Wer die bei der Stange halten oder dazu animieren will, in die Gemeinde zu kommen, muss ihnen mittlerweile ein Angebot machen. Das will die Kommune damit tun.

Der Kinderpark muss dafür weichen, und das kritisiert Heidi Sterff, deren Zwillinge diese Einrichtung ab Oktober besuchen sollen. Es werde zu wenig für die Dörfer gemacht, kritisiert sie. „Alles kommt nach Vaterstetten.“ Sie hat deswegen Unterschriften gesammelt. „140 Personen haben schon unterschrieben“, berichtet sie. „Ich hoffe, es werden noch ein paar mehr.“ Am Donnerstag, 6. September, will Sterff die Liste im Vaterstettener Rathaus abgeben. Bürgermeister Georg Reitsberger will sich Zeit nehmen und hat ihr den Termin zugesagt.

Auf der Liste wird Reitsberger einen prominenten Namen lesen. Denn wie die Initiatorin der Unterschriftenaktion berichtet, gehört auch Landrat Robert Niedergesäß (CSU) zu den Unterzeichnern – vielleicht deswegen, weil er selbst seinen Nachwuchs dort betreuen lässt. „Das erschließt sich mir am allerwenigsten“, sagt Wagner dazu, als er von der Ebersberger Zeitungvon dieser Tatsache erfährt. Es erschließe sich ihm deswegen nicht, weil Niedergesäß „so oder so fahren müsse“, wenn er seine Kinder in den Kinderpark bringe, gleich ob das Haus nun in Vaterstetten oder eben in Parsdorf sei. Denn die Einrichtung ist für Wagner „ein Nischenangebot, das es im ganzen Einzugsbereich der Nachbarschaftshilfe (NBH) Vaterstetten nur einmal gibt.“ „Der Landrat hat in seiner Funktion als Vater unterschrieben“, sagt Sterff.

Zur Erklärung: Die NBH ist der Träger der Einrichtung, in der täglich etwa 15 Kinder betreut werden, aber nur stundenweise in verschiedenen Gruppen und nach individuellen Bedürfnissen. Der Kinderpark ist eine Art „Vorkindergarten“, ähnlich der Wichtelburg in Grafing. Und der Träger, so versichert Wagner, habe den ausdrücklichen Wunsch geäußert, dass der künftige Standort möglichst in Vaterstetten sein solle, weil die Eltern eben aus allen Gemeindeteilen kommen würden und nicht nur aus Parsdorf. Für Sterff hingegen wäre die beste Lösung, wenn die Kleinen im alten Rathaus bleiben könnten, oder eben in einer Einrichtung „in den anderen Dörfern“, womit sie die Ortsteile der Großgemeinde meint. „Uns wird alles abgezogen“, beklagt sie. Sterff ist geborene Parsdorferin.

Das Kinderland versteht sich als eine Unterstützung für Eltern, die nur stundenweise vielleicht zweimal in der Woche eine Entlastung brauchen. Gleichzeitig werden die Kleinen daran gewöhnt, dass sie für eine gewisse Zeit nicht bei ihren Eltern sind, was den Einstieg in den Kindergarten erleichtert.

„Parsdorf ist versorgt mit Kindergartenplätzen“, sagt Wagner zur aktuellen Betreuungssituation. Wie die NBH Vaterstetten als Träger selbst zur Standortfrage für den Kinderpark steht, konnte nicht erfragt werden, weil die betreffenden Personen sich in Urlaub befänden und erst nächste Woche wiederkämen, lautet dort die Auskunft.

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