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Vier Doppelhäuser statt einem Einfamilienhaus sollen hier entstehen. Bäume werden gefällt.  

Knappe Entscheidung für bauliche Verdichtung in Baldham

Sorge um Gartenstadtcharakter - Flachdächer statt Baumbestand

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In Vaterstetten läuft die Verdichtung weiter. Wie man damit umgeht, wird bei Einzelprojekten immer wieder kontrovers diskutiert. Die Meinungen sind sehr geteilt.

Vaterstetten – Jetzt wurde erneut ein Projekt im Bauausschuss nach längerer Diskussion genehmigt. Gezwungenermaßen, wie manche Gemeinderäte meinen.

Altes Haus soll abgerissen werden

Hintergrund: Derzeit steht auf dem großen Grundstück in der Alten Poststraße in Baldham ein älteres Haus. Das soll abgerissen werden. Stattdessen sollen auf dem Areal vier Doppelhäuser gebaut werden, also acht Wohneinheiten. Viele Bäume müssen gefällt werde. Wieder ein Stück Gartenstadtcharakter verloren.

Aber: Nach Baurecht ist alles in Ordnung. Man könnte auch ablehnen, aber mit dem Risiko vor Gericht zu landen, so Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU). Der Bauwerber könnte auf sein Baurecht bestehen und die Gemeinde könnte entschädigungspflichtig werden. Sicher ist das jedoch nicht. „Wir haben einen Spielraum, den wir nicht nutzen“, so die Kritik von Herbert Uhl (FW).

Zuerst war die geplante Bebauung noch dichter

Zunächst hatte der Bauwerber noch eine dichter Bebauung geplant, nämlich 17 Wohneinheiten. Es fanden eine Reihe von Vorgesprächen statt. Nächster Schritt: vier Doppelhäuser mit acht Wohneinheiten. Das war den Mitgliedern des Bauausschusses im September immer noch zu viel. Einer der Kritikpunkte war ein Teil-Grundstück, bei dem nur noch ein Mini-Garten übrig blieb. Eine Abstimmung wurde vertagt, die Gemeinde sollte mit dem Bauwerber nochmals verhandeln.

„Satteldächer wirken wuchtiger“

Ob die Verhandlungen erfolgreich waren, darüber waren die Mitglieder des Ausschusses gespaltener Meinung. Zentraler Unterschied: Der erste Entwurf sah Flachdächer vor, der zweite Satteldächer. Vorteil für die Satteldächer: Dachgeschosse können ausgebaut werden. Das bringt Wohnfläche und die Möglichkeit von mehr Freifläche.

Stefan Huber (CSU) sprach sich jedoch für Flachdächer aus. Satteldächer wirkten nämlich wuchtiger. Uhl betonte: Er sehe keine wesentlichen Veränderung. 23 geschützte Bäume sollen gefällt werden. Das sei fast schon ein kleines Wäldchen, verwies Uhl auf den Klimaschutz. „Das ist mir immer noch zu dicht“, so Stefan Ruoff (Grüne). Und Maria Wirnitzer (SPD) meinte: „Für uns hat sich nicht viel geändert. Wir sind dagegen.“

Schließlich votierte der Ausschuss mit 9 zu 6 Stimmen für die Flachdachvariante.

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