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Das Thorak-Gebäude in Baldham weckt immer wieder öffentliches Interesse. Jetzt soll eine Art Museum aus dem ehemaligen Atelier werden, in dem ab 1941 rie sige Plastiken entstanden – unter anderem für das Nürnberger Reichsparteitagsgelände.

Thorak-Gebäude in Baldham als Mahnmal und Erinnerungsstätte geplant

Aufgrund der Nachfrage: Nazi-Atelier soll Museum werden

Es soll ein neuer Ort zum Erinnern an die NS-Geschichte im Münchner Osten werden - auch weil immer wieder Nachfragen aus der Bevölkerung kommen.

Vaterstetten  Im sogenannten „Thorak-Atelier“ wird nach Auskunft von Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) ein Museum entstehen.

Das öffentliche Interesse am bislang nicht zugänglichen Atelier des Bildhauers Josef Thorak, der im Auftrag Adolf Hitlers monumentale Skulpturen geschaffen hatte, sei groß, sagte Reitsberger und berichtete dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass er regelmäßig Besichtigungsanfragen unter anderem von Schulen erhalte. Die Ausstellung soll 2019 oder 2020 eröffnet werden.

Gebäude mit wechselhafter Geschichte

Angedacht sei eine kleine Schau, die die komplette Geschichte des Hauses veranschauliche, erklärt Reitsberger. In dem Museum dürfte es Einiges zu sehen geben. Nach Thoraks Auszug erlebte das Gebäude eine wechselhafte Geschichte: Im Mai 1945 verhandelten die US-Armee und Teile der Wehrmacht über die Kapitulation in Süddeutschland – ob sie hier unterschrieben wurde, oder im nahe gelegenen Haar, ist nicht abschließend geklärt.

Lagerstätte für Opernkulissen

Später wurde das Gebäude unter anderem als Schule, Filmset und Lagerstätte für Opernkulissen genutzt. Aktuell lagert die Archäologische Staatssammlung dort Teile ihrer Exponate. Bislang liegt das Thorak-Atelier fast versteckt hinter Zäunen und hohen Bäumen. Doch zwischen Einfamilienhäusern und Bungalows sprengt der fast 20 Meter hohe Steinklotz auf dem 32 000 Quadratmeter-Grundstück den Rahmen des kleinen Ortsteils Baldham.

Riesige Plastiken für Reichsparteitagsgelände

Hitler selbst ließ das Gebäude für seinen Lieblingsbildhauer errichten. Der arbeitete ab 1941 hinter zwölf Meter hohen Türen an riesigen Plastiken, etwa für das Nürnberger Reichsparteitagsgelände. Noch vor Kriegsende zog er aus. Das jahrelange Ringen um den richtigen Umgang mit dem Ort könnte mit der Eröffnung eines Museums beendet sein.  ez

Lesen Sie dazu auch: Thorak-Atelier: "Für Lagerräume viel zu schade"

oder: Erinnerungskultur soll gestärkt werden

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