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Der Baldhamer Harold Faltermeyer präsentiert stolz seine zwei Grammys. Trotz seiner internationalen Bekanntheit fühlt er sich in seiner Heimat verwurzelt.

Biografie erschienen

Baldhamer Grammy-Gewinner Faltermeyer: Meine Wurzeln habe ich nie gekappt

Baldham - Harold Faltermeyer hat in Hollywood als Komponist Karriere gemacht, seine bayerischen Wurzeln dabei aber nicht vergessen. Jetzt hat der Grammy-Gewinner aus Baldham seine Biografie „Grüß Gott, Hollywood“ veröffentlicht.

Grammy-Gewinner Harold Faltermeyer ist ein Mann mit vielen Talenten: Er komponiert Filmmusik und produziert CDs, frönt Hobbys wie dem Fliegen, Golfen, Bierbrauen, Schreinern und Bergsteigen. Jetzt ist der Tausendsassa aus Baldham auch noch unter die Buchautoren gegangen: Die Biografie „Grüß Gott, Hollywood - Mein Leben zwischen Heimat und Rock ‘n’ Roll“ ist dieser Tage im Verlag Bastei Lübbe erschienen.

Auf die Idee, sein mittlerweile 63 Jahre altes Leben aufzuschreiben, brachte ihn seine Lebensgefährtin, die Journalistin Birgitt Wolff. Als Faltermeyer eines Abends in kleiner Runde wieder einige seiner unzähligen Anekdoten aus dem Musikgeschäft zum Besten gab, habe sie gesagt, er müsse das alles mal aufschreiben.

„Eine Biografie? Zuerst dachte ich, dafür bin ich ja noch zu jung“, sagt Harold Faltermeyer. Doch seine Freundin habe nicht locker gelassen und schließlich auch einen interessierten Verlag an Land gezogen. „Grüß Gott, Hollywood“ heißt nun das 270-seitige, mit vielen privaten Fotos versehene Werk - eine kurzweilige Lektüre, nicht nur für Musikfreunde.

Es beschreibt in 17 Kapiteln den Werdegang des in München geborenen Metzgersohnes – angefangen vom Musikstudium in seiner Heimatstadt und seiner ersten Band mit dem späteren Münchner Freiheit-Sänger Stefan Zauner über die Lehrjahre bei seinem Produzenten-Protegé Giorgio Moroder bis hin zu seinen großen Erfolgen in Hollywood. Allen voran: seine mit jeweils einem Grammy ausgezeichneten Soundtrack-Arbeiten für die Kino-Hits „Top Gun“ und „Beverly Hills Cop“. Auch mit den Pet Shop Boys, Donna Summer und Udo Jürgens hat er zusammengearbeitet.

So glamourös das klingen mag, so erdverbunden ist der zwischen Los Angeles und Baldham pendelnde Künstler. „Deshalb haben wir auch den Titel so gewählt: „Grüß Gott“, das steht für meine bayerischen Roots, die habe ich auch in Hollywood nie gekappt“, sagt Faltermeyer.

Genau diese Wurzeln erdeten den Weltstar auch in den 1980er Jahren, als er in Hollywood als heißester Soundtrack-Produzent der Stadt galt. Die Zeiten seien damals „richtig verrückt“ gewesen, sagt er. Versuchungen hätten an allen Ecken und Enden gelauert. „Mich hat das aber nicht wirklich packen können“, sagt er, rückt sich seinen obligatorischen Hut zurecht und nimmt einen Schluck Bier. Nicht, dass er ein Partymuffel gewesen wäre, das keinesfalls, aber wenn es „zu abgedreht“ wurde, ging er jedes Mal nach Hause.

Die ausgeprägte Bodenhaftung zeigt sich auch in dem für einen Musikstar eher ungewöhnlichen Lebensstil. Er sei ein Frühaufsteher, erzählt Faltermeyer, beginne schon um halb sechs Uhr morgens mit der Arbeit, dem Komponieren. Um elf Uhr sei er dann zwar kreativ ausgelaugt – aber voller Tatendrang für andere, körperliche oder handwerkliche Tätigkeiten: schreinern, schmieden, kochen, bierbrauen oder Weißwürste machen. Auch sportlich ist der stämmige Feingeist ein Multitalent.

Obwohl der Tag auch für Harold Faltermeyer nur 24 Stunden hat, findet er regelmäßig noch die Zeit fürs Malen oder Angeln. Für seine Rastlosigkeit hat der Komponist eine Erklärung: „Mir wird einfach schnell langweilig, deshalb muss ich immer etwas unternehmen. Beim Sport oder den handwerklichen Tätigkeiten erhole ich mich, da lade ich meine kreativen Batterien wieder auf."

dpa

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