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Einkaufen kann so einfach sein: Der Baldhamer Unternehmer Andreas Wuzke (32) hat eine Lösung für dieses Problem. Per Internet bestellte Lebensmittel können an einem Terminal abgeholt werden – dann wenn der Einkäufer Zeit hat.

Baldhamer Unternehmer bietet neuen Service an

Lebensmittel einkaufen per Mausklick

Berufstätige kennen das Dilemma: Der Chef verlangt Überstunden, daheim ist der Kühlschrank leer, doch zum Einkaufen reicht die Zeit nicht. Was also tun? Der Baldhamer Unternehmer Andreas Wuzke (32) hat eine Lösung für dieses Problem entwickelt. Jobfood heißt seine Firma, die er im Juni 2016 offiziell gegründet hat. Davor hat er aber schon geraume Zeit an der Idee herumgetüftelt.

Baldham – „Zunächst suchte ich einfach nach der idealen Lösung für mich selbst“, erzählt der gelernte Steuerfachmann, der schon für einige Start-Ups und IT-Unternehmen tätig war. Lange Arbeitszeiten sind da an der Tagesordnung, und der notwendige Einkauf von Lebensmitteln bedeutet oftmals puren Stress.

Wuzkes Idee basiert auf dem sogenannten „Click and collect“-System, das in anderen Ländern schon weit verbreitet ist: Arbeitnehmer erledigen ihren Lebensmitteleinkauf bequem per Internet auf der Seite www.jobfood.de. Die bestellten Waren werden von den acht Mitarbeitern noch am gleichen Tag zu Terminals geliefert, die ähnlich funktionieren wie Packstationen für Postpakete. In den Terminals gibt es Lagerzonen für verschiedene Temperaturbereiche, der Kunde erhält per Mail oder SMS einen Zugangscode, um seine Einkäufe entnehmen zu können.

Nach einer Probephase hat Jobfood inzwischen sechs solcher Terminals aufgestellt, bis Jahresende sollen es zehn bis 20 werden. Sie stehen in großen Unternehmen, in Bürohäusern, in denen mehrere Firmen untergebracht sind, oder in Gewerbegebieten – eben überall dort, wo die Arbeitnehmer sich ohnehin aufhalten, so dass sie für ihren Einkauf keine Umwege und keine zusätzliche Zeit aufwenden müssen. Denn selbst wenn der nächste Supermarkt in der Nähe wäre: Der Einkauf dort kostet Zeit und ist an Öffnungszeiten gebunden.

Auch bei den Arbeitgebern stößt das Konzept auf große Resonanz, denn die Terminals sind für sie kostenfrei und sie können ihren Angestellten damit einen Service bieten, der diese entlastet und noch mehr an das Unternehmen bindet.

Die Lebensmittel bezieht Jobfood derzeit von Edeka und Ökonova, einem Bio-Großhandel in Sauerlach. Der Jobfood-Kunde kann dadurch auf ein großes Basissortiment und auf regionale Produkte zugreifen und zahlt nicht mehr als im Supermarkt, lediglich eine Servicepauschale von 3,99 Euro fällt an. Durch die Möglichkeit, häufig gekaufte Lebensmittel in einem Lieblingsprodukte-Bereich zu speichern, wird der Online-Einkauf so kurz und effizient wie möglich gestaltet, bezahlt wird bequem per Paypal, Sofortüberweisung oder Kreditkarte, demnächst soll auch ein Kauf auf Rechnung möglich sein.

„Unser Ziel ist, dass der Einkauf in zwei Minuten erledigt ist“, so Wuzke. Ab Juli soll es auch eine App geben, so dass der Kunde den Jobfood-Service auch mobil per Handy nutzen kann. Dabei sieht sich Wuzke aber nicht als Konkurrenz zum herkömmlichen Supermarkt: „Einkaufen kann Spaß machen und durchaus ein sinnliches Erlebnis sein – wenn man Zeit dafür hat.“ Jobfood sei eher ein zusätzliches Angebot für gestresste Arbeitnehmer, das übrigens auch Eltern mit Teilzeitjob gern nutzen: „Die Zeit zwischen Feierabend und Kind abholen wird ja meist genutzt, um noch schnell den Einkauf zu erledigen, was oft in Stress und Hektik ausartet“, weiß der zweifache Vater aus eigener Erfahrung. Und auch der Umweltschutz kommt nicht zu kurz: Jobfood verzichtet ganz bewusst auf Plastik, sondern liefert in umweltfreundlichen Papiertüten.

Von Susanne Edelmann

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