Ein Geschenk, das bleibt: Jubilarin Helga Stockmar (rechts) stößt mit Zweiter Bürgermeisterin Maria Wirnitzer auf ihrer Bank mit Rosé-Sekt an.
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Ein Geschenk, das bleibt: Jubilarin Helga Stockmar (rechts) stößt mit Zweiter Bürgermeisterin Maria Wirnitzer auf ihrer Bank mit Rosé-Sekt an.

Bankerl-Boom

Bankerl-Boom in Vaterstetten: Gemeinde bekommt dank Spenden eigenes Design

  • Susanne Edelmann
    VonSusanne Edelmann
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In der Gemeinde Vaterstetten gibt es einen neuen, positiven Trend: Bürger spenden Sitzbänke. In den vergangenen Monaten wurden so viele Bänke gespendet, dass der Baubetriebshof nun sogar ein eigenes Bank-Modell entwickelt hat. Versehentlich mit daran „schuld“ war die Autorin dieser Zeilen, die vergangenes Jahr zu ihrem 50. Geburtstag eine Parkbank gespendet hatte, nachdem sie mitbekommen hatte, dass vor allem Senioren über zu wenig Sitzgelegenheiten im Gemeindegebiet klagten.

Vaterstetten – Weitere Spenden folgten – und im Mai 2021 veröffentlichte die Gemeinde den Aufruf, eine Bankpatenschaft zu übernehmen. Die Idee: Mit einer Spendensumme in beliebiger Höhe können sich Bürgerinnen und Bürger an der Instandhaltung bestehender Sitzbänke beteiligen, für eine Spende von 500 Euro kann eine neue Bank angeschafft und aufgestellt werden.

Die Nachfrage war enorm: Laut Gerd Jansen, Leiter des Baubetriebshofes, wurden mittlerweile 14 Bänke gespendet. Allerdings missfielen der Gemeinde die langen Lieferzeiten und die angebotenen Materialien bei den externen Bank-Herstellern. Als Maria Wirnitzer, zweite Bürgermeisterin der Gemeinde, erzählte, dass es in München ein eigenes Bankmodell gibt, entwarf Jansen ein Vaterstettener Modell: „Das besteht aus zwei Edelstahlstangen und unbehandelten Planken aus robustem Lärchenholz“, erläutert er.

Schlichtes Modell, aber umweltfreundlich

Das Modell ist schlicht, aber umweltfreundlich: „Mit der Zeit vergraut das Holz, aber man muss es nicht lasieren oder sonstwie einlassen“, erklärt Wirnitzer. Und sollte das Holz wirklich einmal kaputt gehen, kann man die Planken ganz leicht austauschen. Bisher zehn solcher Bänke haben die Schlosser und Schreiner des Baubetriebshofes inzwischen gebaut, die alle schon im Gemeindegebiet stehen.

Eine davon am Fuß- und Radweg zwischen Baldham und Baldham-Dorf, gespendet von Helga Stockmar. „Ich hatte Ende Januar meinen runden Geburtstag und konnte wegen des Lockdowns nicht groß feiern“, erzählt sie. Als sie auf Facebook von den Bankpatenschaften las, war sie begeistert, wünschte sich aber Unterstützung bei der Umsetzung. Wirnitzer, die den Facebook-Beitrag von Stockmar zufällig las, bot sofort ihre Hilfe an. Das Feld, an dessen Rand die Bank nun steht, gehört einem Landwirt aus Ottendichl, der gerne bereit war, die Sitzgelegenheit dort aufstellen zu lassen.

Bei gutem Wetter: Blick auf die Alpenkette

Nun kann man hier einen schönen Blick nach Süden auf Baldham und bei entsprechendem Wetter sogar auf die Alpenkette genießen. Stockmar wiederum kann von ihrem Haus am Baldhamer Ortsrand bis zu ihrer Bank schauen und freut sich, wenn sie Leute darauf sitzen sieht: „Ich habe schon viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt sie strahlend.

Info: Wer Interesse an einer Bankpatenschaft hat, kann sich an Gerd Jansen, den Leiter des Vaterstettener Baubetriebshofes, unter Telefon (0 81 06) 315 40 wenden.

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