Blick auf die Anbindung des Gewerbegebiets Parsdorf. Auch im Zuge der geplanten Ortsumfahrung werden zahlreiche Grundstücksgeschäfte notwendig. Foto: sro

Bauern in der "Tauschkette"

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Vaterstetten - Es klingt kompliziert. Am Ende sollen jedoch alle zufrieden sein. Die Gemeinde Vaterstetten hat eine „Tauschkette“ in Bewegung gesetzt, um die nötigen Grundstücke für den Bau der geplanten Ortsumfahrung Weißenfeld/Parsdorf zu bekommen.

Den betroffenen Landwirten wurde jetzt ein Angebot gemacht. Abgeschlossen werden können diese Verhandlungen noch nicht, weil die endgültige Lage der Trasse noch nicht feststeht. Die wird erst mit dem Planfeststellungsbeschluss klar sein. Die Gemeinde orientiert sich derzeit an der Trasse, die der Gemeinderat beschlossen hat.

Ausgangspunkt für die „Tauschkette“ sind zwei Grundstücke zwischen Parsdorf und Weißenfeld, die der Landkreis Ebersberg der Gemeinde für die Verhandlungen zur Verfügung stellt. Erworben wurde dieses Areal vom Kreis für die damals geplante Umfahrung Weißenfeld, auch damals schon als Tauschgrundstück. Bei den betroffenen Trassen geht es um Kreisstraßen. Das gilt auch für die neuen Umfahrungen. Die alten Planungen wurden nicht weiter geführt. Mit dem Bau des neuen Gewerbegebiets im Norden der Gemeinde Vaterstetten waren zusätzliche Aufgaben zu bewältigen, nämlich neben Weißenfeld auch die verkehrliche Entlastung von Parsdorf. Daraus entstanden die aktuellen Umfahrungspläne.

Die vom Straßenbau betroffen Landwirte sollen einen Ausgleich für die benötigten Grundstücke erhalten, und zwar wieder in landwirtschaftlich nutzbarem Grund und in genau der gleichen Quadratmeterzahl. Die letztendlich angebotenen Areale sollen laut Vizebürgermeister Martin Wagner jedoch nicht irgendwo liegen, sondern an Grundstücke der jeweiligen Landwirte angrenzen. Um das zu erreichen, ist die „Tauschkette“ mit mehreren Schritten notwendig.

Beispiel: Ein Landwirt, dessen Felder an die Kreis-Grundstücke grenzen, erhält diese Areale, gibt jedoch an anderer Stelle etwas ab. Dieses Grundstück erhält ein anderen dort angrenzender Landwirt, der dann seinerseits etwas abgibt. Zudem erhalten die Bauern noch eine Entschädigung für etwaige zusätzliche Belastungen, beispielsweise wenn nach dem neuen Zuschnitt der Felder bei der Bewirtschaftung Umwege notwendig werden. Am Ende des Verfahrens erhält auch der Landkreis wieder Grundstücke zurück, jedoch nicht freie Areale, wie er sie jetzt einbringt. Der Kreis wird Eigentümer von Grundstücken, auf denen dann die Straße gebaut wird. Weil diese aber einen geringeren Wert haben als landwirtschaftliche Flächen wird der Kreis mehr Quadratmeter erhalten, als er eingebracht hat.

„Alle Landwirte haben die Angebote bekommen“, sagt Wagner. „Definitiv Nein gesagt hat keiner.“ Die Bauern müssten das Angebot jedoch nicht annehmen. Im Verfahren ist dann aber möglich, Flächen enteignen zu lassen. Letztendlich könnte das in einem Gerichtsverfahren geklärt werden. Dass es aber so weit kommt, davon geht Wagner derzeit nicht aus.

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