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Der Gartenstadtchar akter, wie hier im Park von Maria Linden, soll in der Gemeinde Vaterstetten erhalten bleiben.

Gartenstadtcharakter soll erhalten bleiben

Immer öfter wird abgeholzt

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Vaterstetten - Neun Bußgeld-Verfahren wurden in diesem Jahr in  Vaterstetten bereits aufgrund der  Baumschutzverordnung eingeleitet. Tendenz steigend.

Das Abholzen von Bäumen auf Grundstücken in der Gemeinde Vaterstetten.  Neun Verfahren gegen Verursacher hat das Rathaus in diesem Jahr bereits eingeleitet. Im Baldhamer Fuchsweg geht es jetzt um eine Stiel-Eiche und sechs Rotfichten, die laut Rathaus ohne Erlaubnis gefällt wurden.

„Wir bekommen eine ganze Reihe von Beschwerden“, betont Wolfgang Kuhn, Leiter des Umweltamtes Vaterstetten. Die Kritik aus der Bevölkerung richtet sich gegen Mitbürger, die ohne Erlaubnis die Motorsäge ansetzen oder ansetzen lassen. Um dagegen vorgehen zu können, hat sich die Kommune eine Baumschutzverordnung gegeben. Dadurch soll auch der Gartenstadtcharakter geschützt werden. Die Akzeptanz für diese Regelung sieht Kuhn als relativ hoch. Beispielsweise sind alle Nadel- und Laubbäume, die einen Stammumfang von 100 Zentimetern oder mehr in 100 Zentimetern Höhe über dem Boden haben, im Zusammenhang bebauter Ortsteile und im Geltungsbereich der Bebauungspläne der Gemeinde Vaterstetten unter Schutz gestellt. Bei Zuwiderhandlungen können Geldbußen bis zu 50 000 Euro verhängt werden. Die Verordnung gilt in der größten Kommune des Landkreises seit rund 30 Jahren. Es gibt aber auch kritische Stimmen zu dieser Regelung.

Bei den Betroffenen, die mit einem Bußgeld rechnen müssen, sei die Begeisterung natürlich gering, räumt Kuhn ein. Das Umweltamt versuche jeweils, einen Kompromiss zu finden. Die Gemeinde sei nicht darauf aus, Bußgelder einzusammeln, betont Kuhn gegenüber der Ebersberger Zeitung. „Wir versuchen, ins Gespräch zu kommen.“ Eine Alternative zu den Bußgeldern seien Ersatzpflanzungen. „In der Regel klappt das.“ Manchmal, laut Kuhn jedoch selten, landeten die Fälle aber auch vor Gericht, wenn sich Betroffene juristisch gegen entsprechende Bescheide der Kommune wehrten. In einem laufenden Verfahren gehe es um ein Bußgeld im fünfstelligen Bereich, so der Leiter des Umweltamtes. Im vergangenen Jahr wurden in Vaterstetten bei sieben Ordnungswidrigkeitsverfahren Bußgelder in Höhe von 12 572 Euro verhängt. Es ging dabei insgesamt um 31 Bäume. Zum Vergleich: 2015 durften 668 Bäume legal gefällt werden. Einer der Gründe für die Erlaubnis zum Entfernen ist der Befall durch Borkenkäfer.

Verstöße gegen die Baumschutzverordnung in der Gemeinde haben laut Kuhn in den vergangenen Jahren zugenommen. Das liege auch daran, dass mehr gebaut werde. 2011 waren drei Ordnungswidrigkeitsverfahren anhängig, 2012 vier, 2013 nur eines. 2014 kletterte die Zahl auf acht Verfahren, 2015 waren es sieben, heuer nun bisher neun Fälle.

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