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Ein Martel erinnert an der B 15 an den tödlich verunglückten Dorfener.

Prozess nach UNfall auf der B 15

Bewährung für Todesfahrer

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Ein heute 41 Jahre alter Vaterstettener  hatte einen verheerenden Unfall auf der B 15 verursacht. Ein Autofahrer verlor sein Leben. Nun ist der Kraftfahrer verurteilt worden. Ins Gefängnis muss er nicht.

Vaterstetten – Der 1. März 2016 war ein kalter Tag. Über Nacht war der Winter zurückgekehrt. Stundenlang hatte es geschneit, die Straßen waren schneebedeckt und entsprechend glatt. An jenem Morgen war der Berufskraftfahrer mit einem Lastwagen und Anhänger einer Spedition aus dem Kreis Rosenheim auf der B 15 von Taufkirchen in Richtung Dorfen unterwegs. Kurz nach 8 Uhr verlor der Fahrer, der in der Gemeinde Vaterstetten lebt, die Kontrolle über sein Gespann. Ein Gutachter errechnete später, dass es mit etwa 71 bis 77 Kilometer pro Stunde unterwegs war. Für die Witterungs- und Straßenbedingungen zu schnell, warf ihm die Staatsanwaltschaft Landshut vor.

Eine entsetzliche Kollision war die Folge: Der Lkw geriet auf die Gegenfahrbahn. Auf der kamen in diesem Moment drei Autos entgegen. An der Spitze fuhr ein zum Unfallzeitpunkt 67-Jähriger aus Dorfen. Er prallte mit voller Wucht gegen den Lastwagen. Der Opel schleuderte in die Böschung. Dabei erlitt der Rentner so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb. Auch ein damals 36 Jahre alter Rosenheimer und ein Dorfener (30) krachten mit ihrem BMW beziehungsweise Audi in die Unfallstelle. Sie kamen verletzt in umliegende Kliniken. Die B 15 war damals acht Stunden lang gesperrt. Ein Gutachter musste kommen.

Die Rettungskräfte des BRK sowie der Feuerwehren Dorfen, Taufkirchen und Eibach erlebten schlimme Bilder. Die Staatsanwaltschaft vernahm Zeugen und rekonstruierte den Hergang. Ihr Schluss: Der Unfall war vermeidbar. Dem Vaterstettener schickte sie danach einen Strafbefehl über neun Monate Gefängnis, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Kraftfahrer bekam, wie in diesen Fällen üblich, einen Pflichtverteidiger zur Seite gestellt. Der legte vorsorglich Einspruch gegen den Strafbefehl ein. Deswegen kam esjetzt zum Prozess vor dem Amtsgericht Erding. Doch Richterin Michaela Wawerla konnte die Akte schon nach wenigen Sekunden schließen. Denn Anwalt und Angeklagter besprachen sich noch vor Verlesen der Anklageschrift – und zogen den Einspruch zurück. Damit ist das Urteil rechtskräftig. Richertin Wawerla wies darauf hin, dass keinerlei führerscheinrechtliche Maßnahmen ergriffen worden seien. Damit darf der 41-Jährige weiter als Kraftfahrer arbeiten.

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