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BMW investiert nahe München: Batteriezellen-Fabrik soll im Herbst eröffnen - „nächster konsequenter Schritt“

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Von: Michael Acker

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Die BMW-Group in Parsdorf will auf 15 000 Quadratmetern seriennah Muster für die nächste Batteriezellgeneration produzieren.
Die BMW-Group in Parsdorf will auf 15 000 Quadratmetern seriennah Muster für die nächste Batteriezellgeneration produzieren. © Privat

Im Herbst wird die BMW Group ihr Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung in Parsdorf eröffnen. Das teilte das Unternehmen nun mit.

Parsdorf – Mit dem jetzt erfolgten Abschluss des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens lägen die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme des sogenannten Cell Manufacturing Competence Centre, CMCC einer seriennahen Produktion für Lithium-Ionen-Batteriezellen in Parsdorf vor, hieß es am Montag, 23. Mai, von Seiten des Autobauers.

BMW in Parsdorf bei München: Eigene Batteriezellfertigung in Großserie nicht geplant

Auf rund 15 000 Quadratmetern wird die BMW Group eigenen Angaben zufolge dort die Industrialisierung künftiger Generationen von Hochleistungsbatteriezellen nachweisen. Die Pilotlinie im Kompetenzzentrum ermögliche, die Wertschöpfungsprozesse der Zelle vollständig zu analysieren und zu verstehen. Das trage dazu bei, zukünftige Lieferanten bei der Zellproduktion entsprechend den eigenen Vorgaben zu befähigen und damit die Produktion von Batteriezellen hinsichtlich Qualität, Leistung und Kosten weiter zu optimieren. Eine eigene Batteriezellfertigung in Großserie schließt das Unternehmen derzeit aus.

Markus Fallböhmer, Leiter der Motoren- und E-Antriebsproduktion bei der BMW Group, sagt: „In Parsdorf gehen wir den nächsten konsequenten Schritt, um den gesamten Wertschöpfungsprozess für Batteriezellen in seiner Tiefe zu durchdringen. Nach der erfolgreichen Implementierung des Kompetenzzentrum Batteriezelle, BCCC, fokussieren wir jetzt auf die Produktionsprozesse. Wir sichern die Produzierbarkeit von Lithium-Ionen-Batteriezellen unter Großseriengesichtspunkten bzgl. Qualität, Effizienz und Kosten ab.“

BMW investiert in Parsdorf für erste Ausbaustufe 170 Millionen Euro

Die Investitionen für die erste Ausbaustufe BMW-Kompetenzzentrums für Batteriezellfertigung in Parsdorf betragen laut Unternehmen rund 170 Millionen Euro. Ungefähr 80 Mitarbeiter würden am Standort Parsdorf arbeiten. Das Bundeswirtschaftsministerium und das bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützten das Vorhaben im Rahmen des europäischen Förderprozesses IPCEI (Important Projects of Common European Interest).

Aufgrund der komplexen Technologie erfolgt die Inbetriebnahme der Batteriezellfertigung nach Angaben von BMW in Schritten. Der Produktionsstart des CMCC erfolge im Herbst. In der ersten Phase des Hochlaufs würden die Anlagen für die Elektrodenproduktion installiert und eingefahren. Hier würden Rohstoffe wie Graphit oder Nickeloxide für die Batterieelektroden dosiert und gemischt. Anschließend erfolg die Beschichtung der Metallfolien und die finale Verdichtung.

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BMW in Parsdorf: Hier werden Batteriezell-Muster für die nächste Generation Batterietechnologie produziert

In der zweiten Phase würden die Anlagen für die nachfolgende Zellmontage und Formierung installiert. Dort würden die Elektroden mit den weiteren Subkomponenten zu Batteriezellen verarbeitet, formiert und auf ihre Qualität geprüft. Der gesamte Hochlaufprozess erstrecke sich über rund ein Jahr. Im Laufe des nächsten Jahres werde die seriennahe Batteriezellproduktion im Kompetenzzentrum in den Regelbetrieb übergehen, so das Unternehmen.

In Parsdorf werde an innovativen Produktionsprozessen und -anlagen gearbeitet, die auch in der Serienproduktion eingesetzt werden können. Die BMW Group produziert dort Batteriezell-Muster für die nächste Generation Batterietechnologie, die in der Neuen Klasse zum Einsatz kommen wird. Mit der Neuen Klasse vollzieht das Unternehmen eigenen Angaben zufolge im elektrischen Antrieb einen großen Technologie-Sprung. Die Energiedichte der künftigen Generation an Lithium-Ionen Zellen solle deutlich erhöht und die Kosten beim Materialeinsatz und in der Produktion gleichzeitig gesenkt werden. Das CMCC werde dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Konsequenterweise werde der Betrieb in Parsdorf über regenerativ erzeugten Strom erfolgen, u.a. erzeugt über Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Gebäudes. Die Stellplätze im Parkhaus seien mit Ladeinfrastruktur ausgerüstet, sagt BMW.

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