Schulpsychologin Eva Breitenbach, Beratungslehrerin Heike Renz und Direktoratsmitglied Alexandra Duffhaus (von links)
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Schulpsychologin Eva Breitenbach, Beratungslehrerin Heike Renz und Direktoratsmitglied Alexandra Duffhaus (von links) wollen ihren Schülern Brücken bauen.

Im Humboldt-Gymnasium sollen Corona-Defizite mit vielen Projekten ausgeglichen werden

Brücken bauen nach der Pandemie

  • Susanne Edelmann
    VonSusanne Edelmann
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Vaterstetten – „Gemeinsam Brücken bauen“ heißt ein Programm des Kultusministeriums, mit dem pandemiebedingte schulische und soziale Defizite aufgefangen werden sollen. Das Humboldt-Gymnasium Vaterstetten kann dabei auch auf bestehende Strukturen zurückgreifen, damit hoffentlich bald wieder so etwas wie Alltag in der Schule herrschen kann. „Der Juli war für uns wie ein Befreiungsschlag“, berichtet Beratungslehrerin Heike Renz und erzählt, dass sich die Lehrer sehr gefreut hätten, ihre Schüler endlich wieder in natura zu sehen.

Zusammen mit den Schülersprechern wurde mit „Humboldt unlocked“ eine Art Messe veranstaltet, bei der sich alle schulischen Projekte vorstellen oder wieder in Erinnerung rufen konnten. Und auch beim Wandertag wurde Ausgefallenes so gut wie möglich kompensiert: So mussten die Zehntklässler zwar auf ihre Berlinfahrt verzichten, immerhin gab es aber einen Ausflug mit Übernachtung, was von allen Beteiligten dankbar angenommen wurde.

Angebote an alle Jahrgangsstufen

Etwa 250 Schüler nahmen in der letzten Ferienwoche an der Sommerschule teil: „Das war sehr personalintensiv, aber mit Hilfe von Kollegen, Studenten und älteren Schülern konnten wir 400 Module anbieten“, erzählt Renz und ihre Kollegin Alexandra Duffhaus ergänzt: „Es gab Module in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Mathe, Physik und Chemie.“ In Kleingruppen konnten die Jugendlichen so zumindest einen Teil dessen nachholen, was sie im vergangenen Schuljahr versäumt hatten. „Oft haben sich die Schüler hinterher bei den Lehrern bedankt“, freut sich Duffhaus. Auch im aktuellen Schuljahr werden Brückenkurse angeboten. Diese dauern zunächst ein Halbjahr, können bei Bedarf verlängert, aber auch verkürzt werden, denn die Nachfrage ist groß. „Wir arbeiten Hand in Hand mit bestehenden Angeboten wie unseren Tutoren und dem Projekt „SOS - Schüler ohne Sorgen“, bei dem sich Schüler gegenseitig helfen“, erläutert Schulpsychologin Eva Breitenbach. Sie weiß, dass viele Jugendliche jetzt vor allem einen Motivationsschub brauchen. Deshalb gibt es das Projekt „Auf der Hütte zu neuen Höhen“.

Coronabedingte Rückstände sollen aufgeholt werden

Breitenbach und Renz verbringen dazu mit Acht- und Neuntklässlern zwei Tage auf einer Hütte am Spitzingsee und arbeiten dabei sehr individuell mit den Jugendlichen: „Wir zeigen ihnen konkrete Übungen, wie sie sich selbst motivieren und realistische Ziele setzen können.“ Besonders am Herzen liegen der Schulpsychologin die Sechstklässler: „Das sind die eigentlichen Verlierer der Pandemie“, findet sie. „Die haben die fünfte Klasse nur rudimentär erlebt und sind lerntechnisch noch nicht richtig im Gymnasium angekommen.“ Mit ihnen werden Sozialkompetenz, Zeitmanagement und Lerntechniken geübt.

Ein ähnliches Projekt plant Duffhaus für die Fünftklässler, und auch die Offene Ganztagsschule hat entsprechende Angebote parat. Dabei unterstützt auch ein Schul-Sozialpädagoge: „Leider wurde diese ehemals Ganztagsstelle halbiert, das ist nicht nachvollziehbar“, so Renz. Doch Corona hat auch Positives hervorgebracht, das weitergeführt werden soll. So bietet jeder Lehrer für sein Fach einen Klassenchat an, der rege genutzt wird. „Die Schüler sind auch selbstständiger geworden“, so die Erfahrung der drei Lehrkräfte.

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